1. NRW
  2. Städte
  3. Wesel

Ausbildungsinitiative: IHK Niederrhein mit virtuellem Azubi-Speed-Dating

Ausbildungsinitiative Kreis Wesel : Ein virtuelles Azubi-Speed-Dating

Damit Unternehmen und Bewerber auch in Corona-Zeiten gut zueinander finden, geht die IHK Niederrhein neue Wege. Willkommenslotsin Katrin Hasenohr organisiert die passgenauen Kontakte.

Speed Dating – das klingt zunächst mal nach der Methode, einen neuen Partner zu finden. Und so falsch ist das auch gar nicht. Nur, dass es beim Speed Dating der Niederrheinischen Industrie- und Handelskammer nicht um eine Beziehung oder einen Flirt geht, sondern um einen Ausbildungsplatz. Die Partner, die hier zueinander finden wollen, sind auf der einen Seite die Bewerber und auf der anderen Seite die Unternehmen. Und in Zeiten von Corona bietet die IHK diesen Service digital an, sozusagen als virtuelles Azubi-Speed-Dating.

Wie das funktioniert? Für die Online-Variante (erstmals fand sie am 25. Juni statt) melden sich Unternehmen bei der IHK, geben an, welchen Ausbildungsplatz sie besetzen wollen und welchen Kommunikationskanal sie bevorzugen. Diese Informationen veröffentlicht die IHK auf ihrer Website, so dass Bewerber am Speed-Dating-Tag anhand dieser Auskünfte den passenden Beruf sowie das Unternehmen aussuchen können. Wie bei einem herkömmlichen Bewerbungsgespräch, sollten Zeugnisse und Lebenslauf natürlich parat liegen. Und dann treten Bewerber und Betrieb sich über den gewünschten Kanal gegenüber.

Die Projekt-Koordinatorinnen Sarah Schmette und Katrin Hasenohr sind davon überzeugt, dass „wir mit diesem digitalen Format helfen können, die Hürden bei der ersten Kontaktaufnahme abzubauen“. Katrin Hasenohr fügt hinzu: „Aufgrund der Corona-Krise wollten und mussten wir handeln, weil Unternehmen und Bewerber schwerer zueinander fanden. Wir werden dieses Angebot beibehalten und weiterentwickeln.“

Das Speed-Dating ist Teil der Projekte „Passgenaue Besetzung“ und „Willkommenslotsen“. Ersteres unterstützt kleinere und mittelständische Unternehmen, die auf der Suche nach Nachwuchskräften sind. Gemeinsam mit den Firmen erarbeitet die IHK ein Anforderungsprofil für die zu besetzende Lehrstelle, sichtet den eigenen Bewerberpool und trifft so bereits eine Vorauswahl. Anschließend wird der Kontakt zum Bewerber oder zur Bewerberin hergestellt. Ein weiterer Pluspunkt der passgenauen Besetzung: Der Service ist kostenlos, weil das Projekt von der Europäischen Union, dem Europäischen Sozialfonds sowie dem Bundesministerium für Wissenschaft und Energie gefördert wird.

Katrin Hasenohr ist die Willkommenslotsin bei der IHK Niederrhein. Ihre Aufgabe ist es, Unternehmen bei der Besetzung ihrer offenen Ausbildungs- und Arbeitsstellen mit Flüchtlingen zu helfen. Ähnlich wie bei der passgenauen Besetzung, geht es auch hier darum, für die Unternehmen ein Azubi- oder Mitarbeiteranforderungsprofil zu erarbeiten. Die Willkommenslotsin übernimmt auch die Bewerbersuche und trifft für die Unternehmen eine Vorauswahl beziehungsweise unterbreitet den suchenden Firmen gezielte Vorschläge geeigneter Bewerber aus dem Kreis der Flüchtlinge. Darüber hinaus ist Katrin Hasenohr ebenfalls zur Stelle, wenn es um die Beratung bei Formalitäten zum Abschluss eines Ausbildungsvertrages geht.

Weitere Aspekte, bei denen die Willkommenslotsin einen nicht unerheblichen Beitrag leisten kann, sind die rechtlichen Rahmenbedingungen für Praktika, Ausbildung und Beschäftigung, insbesondere im Zusammenhang mit dem Aufenthaltsstatus.

 „Bisher haben sowohl wir als auch die Unternehmen gute Erfahrungen mit der Beschäftigung von Flüchtlingen gemacht“, sagt Katrin Hasenohr und weist außerdem darauf hin, dass diese Aktivitäten  schließlich auch dem Aufbau und der Weiterentwicklung einer Willkommenskultur in den jeweiligen Unternehmen dienen.