Viersen wird zum Treffpunkt für Sportler

Internationales Hochsprung-Meeting : Für LG Viersen geht Traum in Erfüllung

Die 24. Auflage des Internationalen Hochsprung-Meetings wird am Sonntag wohl die letzte auf der Sportanlage Löh sein. Das Jubiläums-Springen nächstes Jahr soll im modernisierten Stadion am Hohen Busch über die Bühne gehen

Das Organisationsteam der LG Viersen mit Detlef Vieth an der Spitze hat mal wieder ganze Arbeit geleistet: Bei der 24. Auflage des Internationalen Hochsprung-Meetings am Sonntag ab 13 Uhr auf der Sportanlage Löh kann sich sowohl das Starterfeld der Männer als auch das der Frauen sehen lassen. Für viele Teilnehmer geht es noch darum, die Qualifikationshöhe für die Europameisterschaften in Berlin zu springen. Der Hannoveraner Eike Onnen etwa, der schon mal 2016 in Viersen gewann und anschließend zu den Olympischen Spielen von Rio fuhr, muss noch die erforderlichen 2,26 Meter überqueren. Es hat fast den Anschein, als hätte sich die LG zum Abschied noch mal mächtig ins Zeug gelegt. Denn es sieht ganz danach aus, als würde ein lange verfolgtes Ziel der LG Viersen Wirklichkeit werden. Läuft alles nach Plan, kann die 25. und damit die Jubiläumsauflage des Hochsprung-Meetings im Stadion am Hohen Busch über die Bühne gehen.

„Dass wir sehr wahrscheinlich mit dem 25. Meeting ins Stadion gehen können, hat schon einen gewissen Charme und musste wohl so sein. Aber das war bei unseren Planungen für das aktuelle Meeting noch gar nicht abzusehen“, sagt LG-Vorsitzender Elmar Orta. Schließlich stand bis vor Kurzem noch die Finanzierung des Großprojekts Stadion-Modernisierung, zwingende Voraussetzung für einen Umzug, auf tönernen Füßen. Ursprünglich hatten nämlich die beiden ausführenden Vereine 1. FC Viersen und LG Viersen zusammen mit der Verwaltung für den Bau einer Kunststofflaufbahn und eines neuen Naturrasenplatzes 950.000 Euro veranschlagt. Doch bei den Detailplanungen stellte sich dann heraus, dass die erforderliche Summe durch Kostensteigerungen bei den Baufirmen und Ingenieurleistungen auf 1,1 Millionen Euro steigen. So wendeten sich die Vereine Anfang Juni erneut an die Politik, um für ihr Großprojekt einen finanziellen Nachschlag zu erhalten. Denn sie sahen sich außer Stande, mehr als den ursprünglich vereinbarten Eigenanteil an den Baukosten von 25 Prozent zu stemmen.

Doch dieses Ansinnen stieß im Sportausschuss bei den meisten Fraktionen auf keine Gegenliebe, weil sie schon einmal bei einer Kostensteigerung nachgebessert hatten und weil sie die ohnehin schon bis 2023 verplante Sportpauschale des Landes (200.000 Euro) nicht noch für ein weiteres Jahr im Voraus angreifen wollten. Nach einem klärenden Gespräch zwischen den Fraktionen wurden dann in der folgenden Ratssitzung aber doch noch mal 70.000 Euro bewilligt, ohne die Pauschale für das Jahr 2014 angreifen zu müssen. Schließlich hatte die neue CDU-geführte Landesregierung nach der Wahl angekündigt, die jährliche Sportpauschale um 12.000 Euro zu erhöhen, sodass für die Jahre 2018 bis 2013 ohnehin 72.000 Euro mehr zur Verfügung stehen. „Das war eine gute Kompromissformel. Mit den 70.000 Euro können wir sehr gut leben“, sagt Michael Berghausen, Vorsitzender des 1. FC Viersen. Direkt nach der Entscheidung des Rates vergaben die beiden Vereine den Auftrag zur Stadionmodernisierung an die Firma Heiler aus Bielefeld, die zuvor schon den Hybridrasen in Dülken und das Stadion in Brüggen gebaut hatte. In der kommenden Woche soll es ein Treffen geben, bei dem der genaue Terminplan festgezurrt wird.

Doch es gibt schon einen grobes Zeitfenster. „Im September könnte es losgehen, und im April 2019 könnte dann alles fertig sein“, erklärt Elmar Orta und ergänzt: „Für mich geht dann ein Traum in Erfüllung.“ Er selbst kämpft schon rund zwölf Jahre für das Projekt, das schon sein Großvater als Vereinsgründer in den 1980er-Jahren auf die Tagesordnung gebracht hatte. Orta macht es besonders stolz, dass ein Leichtathletik- und ein Fußballverein in dieser Sache an einem Strang ziehen: „Wir haben alle dasselbe Ziel: Nämlich Kindern, eine zeitgemäße Sportanlage bieten zu können.“

Mehr von RP ONLINE