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Ärger um Vereinsfusion in Niederkrüchten

Fußball : Oberkrüchtener fühlen sich durch Vereinsfusion übergangen

Nach dem Zusammenschluss von SW Elmpt und BW Niederkrüchten wird es die bisherige Jugendspielgemeinschaft der Gemeinde nicht mehr geben.

(wiwo) Die Verantwortlichen bei der DJK Oberkrüchten ärgern sich über die Nachbarn aus Niederkrüchten und Elmpt. Im Zuge des Zusammenschlusses der Fußballer von Schwarz-Weiß Elmpt und Blau-Weiß Niederkrüchten zum SC Niederkrüchten hatten diese beschlossen, die Jugendspielgemeinschaft Niederkrüchten, in der der Nachwuchs aus Niederkrüchten, Elmpt und Oberkrüchten bis dato spielte, für die Saison 2018/19 nicht neu zu beantragen. Stattdessen laufen die Nachwuchsfußballer nun unter der Fahne des SC Niederkrüchten auf.

DJK-Vorsitzender Thomas Engels, sein Stellvertreter Frank Ridderbecks, der Ehrenvorsitzende Willi Consoir und Geschäftsführer Frank Leidens und der stellvertretenden Geschäftsführer Herbert Breuer fühlen sich dadurch „unter Druck gesetzt“, so Ridderbecks, und beklagen „schlechten Stil“, wie sie gemeinsam im Gespräch mit unserer Redaktion erläuterten. „Unsere Kinder sind genötigt, den Verein zu wechseln, wenn sie weiter Fußball spielen wollen“, meinte Engels. Die DJK sei im Zuge der Entscheidungen „nicht ein einziges Mal offiziell kontaktiert worden“. Zwei Vertreter der DJK hätten lediglich zu Beginn des Jahres bei einer Jugendsitzung erfahren, dass die Jugendspielgemeinschaft nicht mehr in der bisherigen Form beantragt werden würde, wie Leidens berichtete.

Niederkrüchtener und Oberkrüchtener Kinder spielten seit 2002 in der gemeinsamen SG Krüchten. Das habe lange Jahre auch unter der Federführung der Oberkrüchtener, wie Leidens erklärte, gut funktioniert. Voriges Jahr seien die Elmpter Kinder in der neuen JSG Niederkrüchten dazu gekommen. „Nach der jahrelangen Kooperation ist das erschreckend“, berichtete Breuer. Durch die Bildung des SC Niederkrüchten fühlen sich die Oberkrüchtener übergangen. „Wir wissen nichts. Wir sind stinkesauer und widersprechen Gerüchten, dass sie uns kontaktiert hätten. Die Protagonisten müssen sich hinterfragen, ob das der richtige Weg ist. Einer Gesamtfusion aller drei Vereine wäre aber niemals durch die Oberkrüchtener Mitglieder zugestimmt worden“, sagte Consoir. Die DJK sei ein Herzstück von Oberkrüchten, das man nicht kaputt gehen lassen könne. Etwa 30 DJK-Nachwuchskicker sind betroffen. Die DJK hat die Eltern zu einer Versammlung eingeladen. Den Kindern will der Verein „keine Steine in den Weg legen“. Sie können passiv und ohne Beitrag Mitglied bleiben.

In Zukunft wollen die Oberkrüchtener ihre Stärken mehr betonen. „In den Seniorenmannschaften sind wir klasse besetzt, wir haben einen tollen, funktionierenden Vorstand und eine tolle Infrastruktur mit der hervorragenden Sportanlage und dem schönsten Vereinsheim in der Umgebung. In Zukunft werden wir die Ärmel noch mehr hochkrempeln“, betonte Engels. Breuer könnte sich auch vorstellen, die Jugendarbeit in eigener Regie anzukurbeln. Verantwortliche von Blau-Weiß Niederkrüchten beziehungsweise SC Niederkrüchten wollten zur Kritik der Oberkrüchtener keine Stellung beziehen.