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1. FC Viersen muss nach inkonstanter Saison in die Bezirksliga 2018/19

Fußball : Ein Abstieg als Folge fehlender Konstanz

Der 1. FC Viersen machte es in der Fußball-Landesliga spannend. Erst in den Relegationsspielen gegen Überruhr wurde der Abstieg des Traditionsvereins endgültig besiegelt. In der neuen Saison soll der direkte Wiederaufstieg gelingen.

Es war eine Saison wie eine Achterbahnfahrt für den 1, FC Viersen in der Fußball-Landesliga. Es ging ständig auf und ab. Doch obwohl sich die Viersener trotz aller Rückschläge bis zum Schluss eine Chance auf den Klassenverbleib erhielten, mussten sie nach dem Relegations-Rückspiel gegen den FC BW Überruhr endgültig den Abstieg akzeptieren. Damit ging es für den Traditionsverein zum ersten Mal überhaupt seit der Fusion zwischen dem VfL Grün-Weiß Viersen und dem FC Germania Viersen im Jahr 1969 wieder mal in die Bezirksliga.

Wobei das ein Absturz war, der sich schon länger angedeutet hatte. Schon nach einem personellen Umbruch vor der Saison 2016/2017 kämpfte die Mannschaft mit so vielen Problemen, dass sogar die FC-Legende Willi Kehrberg seinen Trainerstuhl räumen musste. Danach führte der bis dahin völlig unbekannte Steve Jäck die Viersener zwar noch zum Klassenverbleib, doch nach einer weiteren Verjüngung des Teams ging die folgende Spielzeit so schlecht los, dass auch Jäck seinen Hut nehmen musste. Nach nur einem Sieg aus vier Punktspielen sowie einem Pokaldebakel beim FSV Duisburg war das Maß voll. Nach einer weiteren Niederlage mit Co-Trainer Alexi Triantafillidis als Interimslösung übernahm der Sportliche Leiter Daniel Saleh das Traineramt. Nach Anfangsschwierigkeiten keimte Hoffnung auf, als es mit dem Derbysieg beim ASV Süchteln als Auftakt zehn Punkte aus fünf Spielen gab. Doch zu mehr reichte es in der ersten Saisonhälfte nicht mehr. „Die 13 Punkte in der Hinrunde waren einfach zu wenig. An der Rückunde mit dann 22 Punkten hat es sicher nicht gelegen, dass wir abgestiegen sind“, meint Daniel Saleh. Das wird auch durch die Rückrundentabelle belegt, in der die Viersener sogar den neunten Platz belegen, während sie nach den ersten 17 Spielen nur Vorletzter waren.

 Petar Popovic schoss 17 Tore für den 1. FC Viersen.
Petar Popovic schoss 17 Tore für den 1. FC Viersen. Foto: Fupa

Dass es nach dem Jahreswechsel besser geklappt hat, lag aus Sicht des Trainers auch an den Winterzugängen Enrico Zentsch (1. FC Mönchengladbach), Nejat Kaya und Hakan Sayici (beide TDFV Viersen). Auch wenn Sayici wegen einer langwierigen Verletzung kaum spielen konnte. „Er hat Charakter gezeigt, war immer da und hat uns unterstützt“, betont Daniel Saleh. Doch auch in der Rückrunde war mehr drin. Aber auf gute Phasen oder Spiele folgten regelmäßig Leistungseinbrüche. „Im Nachhinein muss man sagen, dass manchmal die Einstellung nicht gestimmt hat. Es ist uns nicht gelungen, aus den Spielern eine richtige Mannschaft zu machen“, erklärt Daniel Saleh, „ab und an hat das zwar geklappt, aber wir waren nicht konstant genug.“ Das spiegelte sich auch in den Relegationsspielen wider, in die sich die Viersener mit sieben Punkte aus den drei letzten Partien gerettet hatten. Da waren sie im Hinspiel auf eigenem Platz beim Pausenstand von 1:3 eigentlich schon am Ende, kämpften sich bis zum Abpifff aber immerhin auf 3:4 heran. Im Rückspiel sah es dann bei 2:0- und 3:1-Führungen so aus, als könnte Viersen das Gesamtergebnis doch noch zu seinen Gunsten drehen, doch am Ende fehlte dann die Kraft und die Partie endete 3:3.

 Simon Hetterle spielte die meisten Minuten für Viersen.
Simon Hetterle spielte die meisten Minuten für Viersen. Foto: Fupa

Den größten Schock haben die Viersener inzwischen verdaut, auch weil es Daniel Saleh trotz einiger Rückschläge aus seiner Sicht gelang, eine schlagkräftige Truppe für die neue Saison zusammenzustellen. „Das war die schlimmste Wechselperiode, die je mitgemacht habe, weil man sich auf das Wort einiger Spieler nicht verlassen kann. Aber jetzt habe ich ein Team, wie es mir es vorstelle“, sagt Daniel Saleh. Der neue Kader, mit dem der direkte Wiederaufstieg gelingen soll, startete am Dienstag in die Vorbereitung. Am Sonntag steht gegen Odenkirchen das erste Testspiel an.