Viersen: Unbekannte schneiden Baumstämme ein

Viersen: Unbekannte schneiden Baumstämme ein

Ein Bergahorn und eine Esche müssen womöglich gefällt werden.  Die Stadt hat die Schäden der Polizei gemeldet.

Die beiden Bäume haben  Stürmen getrotzt, auch die Borkenkäfer konnten ihnen nichts anhaben. Und doch müssen sie womöglich gefällt werden: Unbekannte haben den Stämmen eines Bergahorns am Amerner Weg in Dülken und einer Esche am Schulsportplatz der Realschule an der Josefskirche in Viersen tiefe Schnitte zugefügt. Die Stadtverwaltung hat die Schäden der Polizei gemeldet. Nun müssen Stadtförster Rainer Kammann und seine Mitarbeiter damit rechnen, dass die Bäume die Schäden nicht überleben. „So ein Schnitt ist ein Einfallstor für Pilze“, erläutert Kammann. Auch auf die Versorgung mit Nährstoffen wirkt sich der Schaden aus.

Regelmäßig sind Mitarbeiter der städtischen Betriebe unterwegs, um Bäume in Parks, Wäldern, an Straßen oder Plätzen auf Schäden zu untersuchen. Bei einer dieser Kontrollen seien ihnen die Einschnitte an den beiden Bäumen aufgefallen, berichtet Stadtsprecher Frank Schliffke. Um den Stamm des vor 41 Jahren gepflanzten alten Bergahorns verlaufe ein zwei bis drei Zentimeter tiefer Schnitt.

Es ist nicht der erste Vorfall dieser Art am Amerner Weg: „In unmittelbarer Nachbarschaft war vor einigen Jahren ein weiterer Baum auf ähnliche Weise geschädigt worden“, informiert Schliffke. Dieser Baum – ebenfalls ein Bergahorn – habe verstärkt Totholz gebildet, die Krone sei zur Hälfte nicht mehr mit Nährstoffen versorgt worden. Zwischenzeitlich habe er gefällt werden müssen. Dabei ist für die städtischen Betriebe ein finanzieller Schaden in Höhe von etwa 3000 Euro entstanden.

Seit wann nun der zweite Bergahorn am Amerner Weg den Einschnitt hat, weiß die Verwaltung nicht. Im Januar war der Schaden einem Mitarbeiter der städtischen Betriebe aufgefallen. Ein Passant sagte ihm, der Schnitt sei bereits seit Mitte Dezember vorhanden. Schliffke: „Was feststeht ist: Schäden dieses Umfangs lassen sich nicht mit einem Taschenmesser erreichen.“ Welches Werkzeug zum Schneiden benutzt wurde, sei nicht mehr zu ermitteln.

Wann die 45 Jahre alte Esche am Schulsportplatz der Realschule an der Josefskirche beschädigt wurde, ist der Verwaltung ebenfalls nicht bekannt. Sie vermutet, dass auch hier die Tat bereits einige Wochen zurückliegt. Der Baum hat im unteren Teil eine Gabelung, eine sogenannten Tiefzwiesel. In beide Stämme der Esche haben Unbekannte zwei bis drei Zentimeter tief geschnitten. Schliffke: „Aufgrund des besonderen Wuchses dieses Baumes ist zu erwarten, dass er nicht mehr lange gehalten werden kann. Er wird in kurzen Abständen überprüft.“

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