Niederkrüchten: CDU will Langzeitarbeitslose in der Verwaltung einsetzen

Antrag in Niederkrüchten: CDU: Langzeitarbeitslose im Bauhof einsetzen

Seit Januar können Arbeitgeber Lohnkostenzuschüsse erhalten, wenn sie Langzeitarbeitslose sozialversichert einstellen. Die CDU Niederkrüchten will prüfen, ob das in der Gemeindeverwaltung möglich ist.

Seit dem 1. Januar 2019 bietet das neue Teilhabechancengesetz viele Möglichkeiten zur Förderung von Langzeitarbeitslosen. Als Langzeitarbeitslose gelten Menschen, die ein Jahr und länger arbeitslos sind. Durch das neue Gesetz soll diesen Bürgern die Chance gegeben werden, wieder auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen.

„Die Kreisverwaltung ist da mit sehr gutem Beispiel vorausgegangen“, sagt Johannes Wahlenberg, Vorsitzender der CDU Niederkrüchten. Im Kreis Viersen stellt das Jobcenter Mittel für die Förderung von 120 Beschäftigungsverhältnissen bereit. Sie sollen zum größten Teil bei privatwirtschaftlichen Arbeitgebern realisiert werden. Darüber hinaus werden kommunale und kirchliche Träger angesprochen. Am Donnerstag, 21. März, wird das Thema im Kreisausschuss weiter fortgeführt und die konkrete Umsetzung vorgetragen.

Um auch in Niederkrüchten einen Beitrag zur Arbeitsmarktintegration von Langzeitarbeitslosen zu leisten, will die CDU-Ratsfraktion die Verwaltung überprüfen lassen, ob zuschussberechtigte Personen in Aufgabenbereichen der Gemeindeverwaltung eingesetzt werden können.

Ein entsprechender Antrag wurde bereits eingereicht. „Die Frage ist, ob sich in der Verwaltung dafür überhaupt Möglichkeiten ergeben, aber wenn, dann wäre das eine tolle Sache“, sagt Wahlenberg. „Ich sehe vor allem beim Bauhof Chancen diese Menschen zu integrieren.“ Auch denkbar sei ein Einsatz im erweiterten Bereich von Schulen oder Kindertagesstättten, wie genau, das müsse aber zunächst die Verwaltung sorgfältig prüfen.

Bürgermeister Kalle Wassong (parteilos) schließt sich dem an: „Wir haben in der Verwaltung schon viele Ideen dafür, darunter fällt auch der Bauhof.“ Man wolle der Ratssitzung aber nicht vorgreifen. Generell, so Wassong, stehe die Verwaltung der Angelegenheit „sehr positiv“ gegenüber.

Wie viele Langzeitsarbeitslose davon in Niederkrüchten profitieren könnten, ist aber noch unklar. 120 wie im Kreis, aber eher nicht: „So viele wie in der Kreisverwaltung natürlich nicht, wir sind ja doch eine etwas kleinere Gemeinde“, sagt Wahlenberg und lacht.

Das Teilhabechancengesetz bietet Arbeitgebern einen entscheidenden Vorteil: „Es gibt da wirklich enorme Zuschüsse, um die Menschen wieder an die Beschäftigung heranzuführen“, so Wahlenberg. Konkret sieht es so aus: In den ersten beiden Jahren des Arbeitsverhältnisses gewährt das jeweilige Jobcenter einen Lohnkostenzuschuss von 100 Prozent des geltenden Tarif- oder Mindestlohnes. In den folgenden drei Jahren reduziert sich der Zuschuss um jeweils zehn Prozent pro Jahr. Nach fünf Jahren endet der Zuschuss.

Zur Stabilisierung des Arbeitsverhältnisses und zur Unterstützung der Arbeitgeber wird zudem ein beschäftigungsbegleitendes Coaching angeboten. Darüber hinaus können Weiterbildungskosten in Höhe von bis zu 3000 Euro bezuschusst werden und den Arbeitnehmern Praktika bei anderen Unternehmen ermöglicht werden.

Gefördert werden kann allerdings nicht jeder Langzeitarbeitslose. Profitieren können: Personen über 25 Jahre, die in den vergangenen sieben Jahren mindestens sechs Jahre Arbeitslosengeld II bezogen haben und in dieser Zeit allenfalls kurz erwerbstätig waren oder in den vergangenen fünf Jahren Arbeitslosengeld II bezogen und eine anerkannte Schwerbehinderung haben oder mit mindestens einem minderjährigen Kind in einer Bedarfsgemeinschaft leben.

Der Antrag der CDU Niederkrüchten wird voraussichtlich in der kommenden Ratssitzung am 10. April besprochen und dann an den entsprechenden Fachausschuss verwiesen.

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