Brüggen/Kempen: Roter Teppich für Brüggener Filmcrew

Brüggen/Kempen: Roter Teppich für Brüggener Filmcrew

Schüler der Gesamtschule Brüggen erzählen im Film "Bedlam" eine Vampir-Geschichte

Gestern war wieder ein normaler Schultag, aber den Donnerstagabend werden die Teilnehmer am Filmprojekt "Bedlam" nicht so schnell vergessen. Die Hauptdarsteller mussten im Kempener Kino-Foyer durch eine enge Gasse auf dem roten Teppich kommen, sich fotografieren lassen und konnten sich dann in Großaufnahme auf der Leinwand wiederfinden. Am Ende gab es im vollbesetzten Kinosaal 1 einen Riesenapplaus für alle Mitwirkenden, besonders aber für Holger Wiek, Mathematik- und IT-Lehrer an der Gesamtschule Brüggen, der die treibende Kraft hinter der Filmerei an der Schule ist.

14 Jugendliche der Brüggener Gesamtschule haben im Januar 2017 mit dem Filmprojekt begonnen. Sie haben die 25 Drehtage und hunderte Stunden an Nachbearbeitung außerhalb der Schulzeit an Wochenenden und in den Ferien auf sich genommen und haben dafür nicht nur einen wunderbaren Film erhalten, sondern auch jede Menge außergewöhnlicher Erfahrungen gemacht. Gedreht wurde unter anderem in der Hofanlage Hagen im Niederrheinischen Freilichtmuseum in Grefrath, im Schloss Benrath in Düsseldorf, auf der Drachenburg in Königswinter, auf einem Friedhof in Duisburg-Homberg, aber auch im Keller einer alten Metzgerei in Lüttelforst.

Mit Hilfe von Sponsoren wie etwa der Volksbank Krefeld wurden die für den Film gebrauchten rund 4000 Euro zusammengebracht, das Film-Equipment schaffte die Gemeinde Brüggen an - als Gegenleistung muss die Schule ein paar Werbeclips für die Homepage der Gemeinde drehen. Schulleiter Wolfgang Jöres war mächtig stolz auf seine Film-Schüler.

Holger Wiek ist ein "Filmverrückter", der schon mit elf Jahren kleine Super-8-Filme drehte. Als Lehrer der Gesamtschule ist "Bedlam" sein drittes Filmprojekt mit Jugendlichen. Inhaltlich hängen alle drei Filme zusammen. Das erste Filmprojekt "Dracula" weckte das Interesse der Schüler an der Vampir-Thematik. Vertieft wurde das im zweiten Film "Elisabeth Bathory". Der Mythos der "Blutgräfin" geht auf eine ungarische Adlige mit einer Vorliebe für Blut zurück. Der dritte Film orientiert sich an der Novelle "Carmilla", die der irische Dichter Sheridan Le Fanu 1872 veröffentlicht hat.

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Erzählt wird die Geschichte einer jungen adligen Frau, die einem weiblichen Vampir begegnet. Weil sie wie von Dämonen besessen erscheint, kommt sie in eine Nervenheilanstalt, das Bethlem Royal Hospital in London. Die düsteren Szenen aus "Bedlam", der Verballhornung des Kliniknamens zum "Tollhaus", wurden im Schlachtkeller einer Metzgerei in Lüttelforst gedreht.

Die Irrenärztin spielt Sina Hausmann, Lehrerin der Gesamtschule. Aber "Bedlam" ist vor allem ein Film, der von den beiden Hauptdarstellerinnen Lena Jänicke und Leandra Vossen lebt. Sie verstehen es, die Balance aus Schwärmerei und Misstrauen, Begehren und Vorsicht zu bewahren.

Was jetzt noch fehlt, ist ein Filmpreis. Holger Wiek will den Film auf Wettbewerbe einsenden. Einen Preis hätte das Filmteam verdient.

(RP)