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Viersen: Grüne fordern freie Fahrt für Radler

Viersen : Grüne fordern freie Fahrt für Radler

Die Grünen wollen die Kreisstadt fahrradfreundlicher machen. Ein Antrag ging an Bürgermeister Günter Thönnessen.

Die vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) veröffentlichten Ergebnisse hinsichtlich des Fahrrad-Klimatests haben es an den Tag gebracht. Viersen ist wenig fahrradfreundlich. Bundesweit nimmt die Kommune den 70sten Platz von 100 Städten vergleichbarer Größe ein. NRW-weit steht Viersen auf Platz 33 von 42 teilnehmenden Städten. Die Noten für die Bereiche Stellenwert des Radfahrens liegen bei 4,58 und beim Komfort bei 4,52. Der Themenbereich Sicherheit erhielt gerade einmal eine glatte vier. Diese Ergebnisse waren aber nicht ausschlaggebend für die Entscheidung von Bündnis 90/Die Grünen, einen Antrag bei der Stadt Viersen, betreffend Verbesserungen für Fußgänger und Radfahrer einzureichen.

"Das Thema gehört zu meinem Wahlprogramm und nachdem sich unsere Grünen-Diskussionsrunde auch mit der Thematik befasst hat und viele Anregungen kamen, ist es jetzt an der Zeit, das Thema aufzugreifen", sagt Bürgermeisterkandidatin Martina Maaßen. Die Grünen-Fraktionsvorsitzende und Landtagsabgeordnete bezeichnet Viersen als eine lebenswerte, soziale und faire Stadt, die in vielen Bereichen auf dem richtigen Weg sei. Daher kann sie nicht verstehen, warum der seit einigen Jahren vorliegende Verkehrsentwicklungsplan (VEP) mit seinen Bausteinen drei, hinter dem sich das Zielkonzept Fahrradverkehr verbirgt, und vier, der sich mit dem Zielkonzept Fußgängerverkehr beschäftigt, nicht zügig umgesetzt wird.

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"Der VEP ist ein guter Leitfaden für sinnvolle Maßnahmen, die Viersen nach vorne bringen", bemerkt Norbert Dohmen, der stellvertretende Fraktionsvorsitzende. Der Antrag bezieht sich aber nicht nur auf die Umsetzung des VEP, der unter anderem ein in sich geschlossenes Radverkehrsnetz befürwortet.

"Die Ampelschaltungen sind ein weiteres Problem. Ich kann nicht nachvollziehen, warum die Radfahrer und Fußgänger zehn Sekunden früher rot bekommen, als die Autofahrer", sagt Grünen-Geschäftsführer Ingo Wolff, dem es so vorkommt, als seien die Radfahrer Verkehrsteilnehmer zweiter Klasse. Vor dem Hintergrund, dass die Ampelschaltungen aufgrund des Inneren Erschließungsrings eh überarbeitet werden müssen, hoffen die Grünen hier auf schnelle Abhilfe. Auto-, Rad- und Fußverkehr sollen gleichberechtigt sein. Die "Bettelampeln", bei denen Radfahrer und Fußgänger eine Grünphase anfordern können, sollen, nach Wunsch der Grünen, ebenfalls der Vergangenheit angehören. Stattdessen sollen sie direkt mitgeschaltet werden. Ganz wichtig ist den Grünen die Anlage eines innerstädtischen flächendeckenden Fahrrad-Schutzstreifens inklusive Linksabbiegerspuren an allen Hauptachsen. Wobei für diesen Wunsch bereits Planungen vorliegen.

"Die Kosten für eine solche Maßnahme sind nicht so hoch und geben den Radlern Schutz. Sind keine Radfahrer unterwegs können die Autofahrer den Bereich mitnutzen", bemerkt Maaßen. In den Ortskernen, wo Tempo 40 und weniger gilt, setzen sich die Grünen dafür ein, dass man die Einbahnstraßen generell für den Radverkehr öffnet. Zudem sollen die Radwege zwischen den Ortsteilen konsequent saniert werden. Ein Punkt, bei dem die Stadt Viersen mit Straßen NRW um eine Förderung verhandeln könnte. Maaßen ist sich sicher, dass ein umgesetzter VEP einen erheblichen Wettbewerbsvorteil für Viersen bedeutet. Gerade gegenüber Krefeld und Mönchengladbach könne sich Viersen so absetzen. Eine Möglichkeit, die Viersen sich nicht entgehen lassen sollte, meint die Landtagsabgeordnete.

(tref)