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Grüne in Viersen wollen Starkregen-Gefahren-Karte

Wetter in Viersen : Grüne fordern besseres Starkregen-Management

Eine Starkregen-Gefahren-Karte soll Flächen in der Stadt ausweisen, die besonders gefährdet für Überschwemmungen sind. Für die Grünen ist das aber nur der erste Schritt im Gefahrenmanagement.

Die Stadt Viersen braucht eine Starkregen-Gefahrenkarte – darauf drängt die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen „aus aktuellem Anlass“. Mehr noch, die Verwaltung soll insgesamt ein Starkregen-Management für das Stadtgebiet etablieren, fordern die Bündnisgrünen in einem Antrag an Bürgermeisterin Sabine Anemüller (SPD).

Die Grünen schlagen vor, das Starkregen-Management in das für Viersen geplante Klimaanpassungskonzept zu integrieren. Dafür soll im ersten Schritt eine Starkregen-Gefahren-Karte entwickelt werden. In solchen Karten sind Flächen, die bei Starkregenereignissen besonders gefährdet sein können, gekennzeichnet. Gegebenenfalls sind auch Hinweise zu Fließgeschwindigkeiten bei Starkregenereignissen unterschiedlicher Intensitäten dargestellt. Im zweiten Schritt soll eine Risikoanalyse folgen. Zuletzt soll, wie die Fraktionssprecher Maja Roth-Schmidt und Jörg Eirmbter-König erläutern, ein Handlungskonzept erstellt werden – inklusive Krisenmanagement und Konzeption kommunaler baulicher Maßnahmen.

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Roth-Schmidt und Eirmbter-König führen in ihrem Antrag weiter aus: „Die katastrophalen Überschwemmungen des Sommers 2021 machen sehr deutlich, dass es nicht ausreicht, sich auf die Erfahrungen der vergangenen Jahre und Jahrzehnte zu verlassen, da die Gefährdung durch Überflutungen nach starken Regenfällen und Unwettern inzwischen völlig neue Dimensionen erreicht.“ Gefahren-Karten könnten helfen, sich auf diese gefährlichen Folgen des Klimawandels besser vorzubereiten sowie geeignete präventive Maßnahmen zum Schutz von Menschen, Gebäuden und Infrastrukturen zu planen und umzusetzen.

Anhand einer Starkregen-Gefahren-Karte soll es jedem Viersener möglich sein, selbst zu erkennen, wo im Stadtgebiet besondere Gefahren durch Sturzfluten und Starkregen bestehen – „ein wichtiges Instrument für die Einschätzung von individuellen Gefahrenlagen“, betonen Roth-Schmidt und Eirmbter-König. „So können Eigentümer selbst frühzeitig Schutzmaßnahmen treffen.“ Das auf Grundlage der Gefahren-karte und der Risikoanalyse erstellte Handlungskonzept solle die geeigneten Maßnahmen definieren, „um die Gefährdung der Bevölkerung und ihres Eigentums durch Hochwasser und Überschwemmungen zu minimieren sowie städtebauliche Entwicklungsmaßnahmen an die gestiegenen Risiken anzupassen“.

Die Grünen beantragen, dass für das Starkregen-Management Fördermittel beim Land abgerufen werden sollen. Sie verweisen dabei auf die Förderrichtlinie Hochwasserrisikomanagement. 50 Prozent der Finanzierung könne über Landesförderung erfolgen – die andere Hälfte über die kommunalen Niederschlags-/Abwassergebühren finanziert werden.