Handball: Nur das Ergebnis zählt

Handball : Nur das Ergebnis zählt

Mit Ruhm hat sich der Bergische HC beim 31:25-Erfolg gegen die HG Oftersheim/Schwetzingen nicht bekleckert. Weil aber die Konkurrenz – der TV Hüttenberg in Aue und die Insolvenz gefährdete HR Ortenau in Delitzsch – Punkte liegen ließ, beträgt der Vorsprung wieder zwei Punkte.

Mit Ruhm hat sich der Bergische HC beim 31:25-Erfolg gegen die HG Oftersheim/Schwetzingen nicht bekleckert. Weil aber die Konkurrenz — der TV Hüttenberg in Aue und die Insolvenz gefährdete HR Ortenau in Delitzsch — Punkte liegen ließ, beträgt der Vorsprung wieder zwei Punkte.

Der Bergische HC hatte Maßstäbe gesetzt. Weniger mit seiner Leistung vor einer Woche im Spitzenspiel der 2. Bundesliga Süd beim TV Hüttenberg (26:28), sondern mit seinen 43 Toren, die im letzten Heimspiel des alten Jahres gegen die HR Ortenau erzielt worden waren. Was gegen ein Spitzenteam funktioniert hat, sollte doch erst recht gegen das Schlusslicht gelingen. Wenn Handball nur so einfach wäre.

Mit seiner Anfangsformation verriet Raimo Wilde ganz deutlich, dass der BHC-Coach gegen die HG Oftersheim/Schwetzingen gerne ganz, ganz viele Tore gesehen hätte. Kristian Nippes hatte auf der rechten Außenbahn den Vorzug bekommen vor Simon Kluge, und Spielmacher Alexander Oelze hatte von Anpfiff an auch Defensivaufgaben zu erledigen. So entfiel der ständige Spielerwechsel zwischen Angriff und Abwehr. Der erhoffte Effekt jedoch verpuffte, weil die Löwen kaum eine Chance zu Tempogegenstößen bekamen. Die anfangs harmlosen Gäste trugen lange Angriffe vor bei dem Versuch, sich gegen die kompakte 6:0-Abwehr der Bergischen in eine gute Wurf-Position zu bringen.

Innerhalb von 13 Minuten war es zwar Holger Hubert nur ein Mal gelungen, den erneut gut aufgelegten Mario Huhnstock zwischen den BHC-Pfosten zu überwinden. Die sieben Tore der Gastgeber waren jedoch auch nicht die kalkulierte Ausbeute. Die Spielsysteme beider Mannschaften passten nicht zusammen. Weil das so war und die Verhältnisse bereits zu diesem frühen Zeitpunkt geklärt waren, plätscherte die Begegnung so monoton vor sich hin wie die unermüdlichen Schläge der vier Trommler aus Oftersheim/Schwetzingen. Tor um Tor setzte sich der Favorit ab, bis schließlich Mathias Fuchs mit seinem 24:13 per Siebenmeter die höchste Löwen-Führung erzielt hatte (40.).

Gielas Debüt im Zweitliga-Team

Nennenswerte Höhepunkte in einer Partie der Kategorie "Nur das Ergebnis zählt" gab es lediglich vier. Sebastian Aschenbroichs "Tor des Tages" oder das Debüt des A-Jugendlichen Artur Giela zählen zu den positiven Aspekten. Giela, der gerade erst einen Profivertrag beim Bergischen HC unterschrieben hatte, machte bei seinem rund zehnminütigem Einsatz eine gute Figur, nur ein Tor blieb dem polnischen Junioren-Nationalspieler verwehrt. Seine beiden guten Würfe wurden mit ebenso guten Paraden von Matthias Baur beantwortet.

Dass Raimo Wilde nach dem Seitenwechsel gleich zweifach improvisieren musste, war nicht förderlich für die eh schon angeknackste Laune des Trainers. Kristian Nippes schied nach einem Zusammenprall mit Benjamin Hundt aus (35.). Erste Diagnose der Knie-Verletzung: nichts Schlimmes, wohl nur etwas Schmerzhaftes. Neun Minuten später verabschiedete sich auch Henning Quade, der einzige etatmäßige Kreisläufer, mit seiner dritten berechtigten Zeitstrafe.

(RP)