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Fechten: Zurück auf der Planche

Fechten : Zurück auf der Planche

Mehrere Monate hatte Falk Spautz nach einem Motorradunfall pausieren müssen. Beim Weltcup-Turnier in Basel feierte der Degenfechter des Wald-Merscheider TV ein erfolgreiches Comeback.

Jeder andere Sportler würde nach einer derart langen Verletzungspause ganz klein anfangen. Nicht so Falk Spautz. Nur einen Monat nach seinem Wiedereinstieg ins Training mit nur zwei bis drei Einheiten pro Woche hat der 18-Jährige sogleich bei einem Weltcup-Turnier der Junioren in Basel gemeldet. "Was sollte ich anderes machen ? Das war die letzte theoretische Chance, sich noch für die Weltmeisterschaften zu qualifizieren." Und das meinte Falk Spautz, der sonst gerne mal zu Scherzen aufgelegt ist, bitter ernst.

Erst in der vergangenen Woche hat Falk Spautz wieder jeden Tag in der Halle gestanden, um sich auf seine Rückkehr ins Wettkampfgeschehen vorzubereiten. Die Schulter, an der der Degenfechter des Wald-Merscheider TV nach einem Motorradunfall aufgrund des Bruchs des Schlüsselbeinknochens zwei Mal operiert werden musste, bereitete ihm dabei keine Probleme. Vielmehr haben ihm verständlicherweise Kraft, Ausdauer und Spritzigkeit gefehlt. "In der Vorrunde war das alles kein Problem, nur in der K.o.-Runde habe ich die Belastung schon gemerkt." Trotzdem schaffte es der Gesamtschüler als bester Deutscher mit sehenswerten Siegen bis ins Achtelfinale, wo er mit 10:15 gegen den späteren Gesamtzweiten Dimitry Prokhorov (Israel) ausschied.

Da Falk Spautz generell nie zufrieden ist, wenn er nicht das Turnier oder eine Meisterschaft gewinnt, fand er auch nach dem neunten Platz in der Schweiz ein Haar in der Suppe. "Wenn man so lange verletzt gewesen ist, ist so ein Wiedereinstieg natürlich nicht schlecht." Insgeheim hatte der Solinger auf die WM-Qualifikation gehofft, die er sich vor fast genau einem Jahr ebenfalls erst im letzten Moment gesichert hatte. "Immerhin habe ich mit dem Ergebnis meinen Platz im C-Kader des Deutschen Fechter-Bundes nicht verloren."

Auch wenn in den kommenden Wochen die Teilnahme an großen Qualifikations-Turnieren wie in Osnabrück oder im französischen Nimes in Spautz' Terminkalender stehen, hat der Muskelaufbau oberste Priorität. "Ich bin vorsichtig geworden", sagt der 18-Jährige, der sich geschworen hat, schneller zum Arzt zu gehen, wenn ihn etwas in der Schulter zwickt. "Bei einer dritten Schulter-Operation würde ich nicht bei Null, sondern im Minusbereich anfangen müssen." Aus diesem Grund verzichtet der 18-Jährige auch darauf, wieder Motorrad zu fahren. "Mir hat ein Oberarzt im Haaner Krankenhaus klipp und klar aufgezeigt, dass Leistungssport und solch ein Risiko nicht vereinbar seien." Stattdessen fährt der Degenfechter lieber mit dem eigenen Auto zum Training. "Nichts Dolles", aber es reiche für seine Zwecke. "Das Alter des Autos hat beim Kauf keine Rolle gespielt. Hauptsache es hatte Airbag und ABS." Sicherheit geht vor — ein weiteres Mal will sich der ehrgeizige Falk Spautz die Teilnahme an einer Weltmeisterschaft aus nicht-sportlichen Gründen nicht entgehen lassen.

(RP)