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Baseball: Gegensätzliche Perspektiven

Baseball : Gegensätzliche Perspektiven

Als Ausrichter waren die Alligators bei der Deutschen Schüler-Meisterschaft mit einem Freilos klarer Außenseiter. Sportlich qualifiziert hatten sich die Baseballer schließlich nicht. Die Stimmung war dennoch großartig.

Ganz reibungslos lief die Organisation der Deutschen Meisterschaft zunächst nicht. Ein Stromausfall sowie ein verspätet aufgetauchtes Paket mit den Siegerpokalen sorgten für kleinere Schrecksekunden, doch am Ende lief trotzdem alles wie am Schnürchen für die Solingen Alligators.

Auf zwei Plätzen gleichzeitig brachte der Verein das Turnier professionell über die Bühne. Besonders gelungen war die Herrichtung des Fußballplatzes am Weyersberg zum vorübergehenden Baseballfeld. Die auf dem Kunstrasen eingezeichneten Baseball-Linien sahen aus wie gedruckt.

Kein Wunder, dass die Stimmung auf beiden Spielfeldern stets optimal war. Neun Schüler-Mannschaften kämpften am Weyersberg um den Titel. Und alle hatten genug Anhang mitgebracht, um die Kulisse entsprechend lebendig zu gestalten. Mit dabei waren natürlich auch die Solingen Alligators, die vor einem Jahr die Meisterschaft in Dreieich selbst gewonnen hatten.

"Dass uns dies nicht nochmal gelingen würde, war schon vorher klar", sagt Jugendkoordinator Mehmet Alkan. "Viele der Leistungsträger der damaligen Mannschaft sind inzwischen zu alt und müssen im Jugendbereich antreten." Als Ausrichter waren die Solinger jedoch automatisch qualifiziert und motiviert, vor heimischem Publikum eine gute Leistung zu zeigen.

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Unter Wert verkauft

"Das ist uns leider überhaupt nicht gelungen", meint Trainer Florian Götze. "Eigentlich sind meine Spieler auf einem Level mit der Konkurrenz. Aber mental waren wir nicht auf der Höhe." Den Sieg hatte der Coach nicht erwartet, aber um den dritten Platz wollte Götze mit seinen Jungs gerne spielen. "Aber wir haben uns unter Wert verkauft." Die bitterste Niederlage kassierten die Alligators im letzten Vorrundenspiel gegen die Mainz Athletics, als sie trotz eines 11:1-Vorsprungs noch 11:12 verloren. "Wir haben vielen der jungen Spieler Einsatzzeiten gegeben, die sonst oft auf der Bank sitzen mussten", erklärt Mehmet Alkan die bittere Schlappe.

Überhaupt steht die Perspektive des Jugendkoordinators beinahe im Gegensatz zu der des Trainers. "Wir haben unsere Erwartungen übertroffen", meint Mehmet Alkan. "Wir haben zwei von fünf Spielen gewonnen und sind nicht ein Mal vorgeführt worden. Niemand konnte erwarten, dass wir mehr erreichen."

Zwar fand Florian Götze den letztlich herausgesprungenen siebten Platz ärgerlich, doch auch er sah immerhin ein paar Dinge positiv. Jan-Philipp Niemeyer zum Beispiel. "Er hat während des gesamten Turniers gut geworfen und geschlagen", sagt der Trainer. "Am besten fand ich aber unsere Einstellung im Spiel gegen die Paderborn Untouchables." Gegen den sportlich qualifizierten Vertreter aus NRW lagen die Solinger schon 0:9 hinten, kamen aber mit vielen eingewechselten jüngeren Spielern noch zurück, um nur mit 9:13 vom Platz zu gehen.

Den Titel konnten sich die Untouchables im Übrigen nicht sichern. Das Finale verloren die Paderborner gegen die Dreieich Vultures knapp mit 2:3. Nach dem Solinger Sieg in Dreieich gelang den Hessen das Kunststück damit also umgedreht in der Klingenstadt.

(trd)