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Solingen: Keine Angst vor der Zukunft

Solingen : Keine Angst vor der Zukunft

mit Dr. Rolf Jessewitsch zur finanziellen Lage und künftigen Ausrichtung des Museums Baden

Nachdem das Wuppertaler Landgericht die Zivilklage der Stadt Solingen auf die Zahlung von 385 000 Euro aus der Stiftung Baden abgewiesen hatte mit Hinweis auf die fehlende notarielle Besiegelung des Vertrages mit dem Stifterehepaar Baden, wird sich im Oktober das Düsseldorfer Oberlandesgericht mit dem Fall beschäftigen. Die jährlichen Betriebskosten für das Museum (700 000 bis 800 000 Euro) werden zu 27 Prozent von der Stadt getragen. Der Rest muss über Spenden und Sponsoren finanziert werden. Ab 2008 gibt es für die Stiftung für Verfemte Kunst Geld vom Landschaftsverband Rheinland. Die Morgenpost sprach mit Museumsdirektor Dr. Rolf Jessewitsch.

Sorgen Sie sich um die Zukunft des Museums?

Jessewitsch: Nein, weil seine Bedeutung durch den Inhalt von nationaler Größe ist. Ich will ein Beispiel nennen: Im kommenden Jahr gestalten wir die Begleitausstellung zu den Salzburger Festspielen mit einigen Exponaten aus der Sammlung Schneider und aus der Bürgerstiftung für verfemte Kunst. Im Jahr 2008 wird das Museum dann die Begleitausstellung in Bayreuth ausrichten.

Werden Sie auch in den nächsten Jahren eine ausreichende Zahl von Sponsoren für das Museum Baden begeistern können?

Jessewitsch Wir haben im Grunde eine sehr geringe Fluktuation bei den Sponsoren, die bleiben am Ball und neue kommen hinzu, das hilft uns sehr.

Welche Aktivitäten unternehmen Sie, um die Sponsoren bei der Stange zu halten?

Jessewitsch Sie finden sich wieder in Programmheften, auf unserem Bus, in Anzeigen und Katalogen. Außerdem gibt es im Museumsfoyer eine Tafel mit den Namen der Sponsoren.

Besteht die Gefahr, dass in Zukunft nur noch Geld für die Bürgerstiftung für verfemte Kunst da sein wird?

Jessewitsch Nein, aufgrund unserer klar definierten Ziele. Die Bergische Kunstausstellung wird nicht in Frage gestellt, ebenso wie es immer auch die Junge Kunst in unserem Haus geben wird. Das ist ein unverzichtbares Bekenntnis zum Standort. In der kommenden Woche zum Beispiel eröffnen wir eine Ausstellung mit Arbeiten der jungen Künstler Markus Vater und Hans Schulte. Klar ist aber auch, dass vor allem auswärtige Sponsoren häufig für die verfemte Kunst Geld geben. Nur so konnten wir die beiden bisher erschienenen, sehr hochwertigen Kataloge finanzieren. Auch zur Ausstellung in Salzburg wird ein repräsentativer Katalog erscheinen, in dem darüber hinaus elf Namhafte Autoren mit ihren Beiträgen vertreten sein werden.

Annemarie Kister-Preuss führte das Gespräch

(RP)