1. NRW
  2. Städte
  3. Solingen

Solingen: Fietz-Mahlow zum Klinik-Chef gewählt

Solingen : Fietz-Mahlow zum Klinik-Chef gewählt

Etwas verloren wirkte Joachim Fietz-Mahlow schon, als er während der entscheidenden Minuten im Foyer des Theater- und Konzerthauses am Treppengeländer lehnte.

Drinnen, im großen Saal, entschieden gerade die Mitglieder des Solinger Stadtrats in nicht öffentlicher Sitzung über die berufliche Zukunft des 50-Jährigen, der zurzeit noch als Geschäftsführer eines kommunalen Krankenhauses in Sachsen arbeitet. Allerdings nicht mehr lange, denn als sich schließlich die Türen öffneten und Fietz-Mahlow hereingebeten wurde, hatte der Rat in geheimer Wahl soeben beschlossen, dass der Betriebswirt ab 1. November neuer Chef des Solinger Klinikums wird. Mit 38 zu 21 Stimmen bei drei Enthaltungen wurde Fietz-Mahlow gewählt.

Dass er sich über die Schwere der Aufgabe, die auf ihn wartet, im Klaren ist, hatte Fietz-Mahlow zuvor schon im Gespräch mit unserer Zeitung betont. Gleichzeitig glaubt er aber, den nach der Umwandlung in eine gemeinnützige GmbH anstehenden Herausforderungen im Krankenhaus gewachsen zu sein. "Als jemand von außen kann ich manche Dinge schärfen", erklärte der Klinik-Fachmann, der sein Hauptaugenmerk auf ein effizientes Kosten-Management, die Personal- sowie Organisationsentwicklung und eine Verbesserung der Patientenzufriedenheit legen will.

Zunächst aber wird es wichtig sein, Vertrauen zu schaffen. Fietz-Mahlow selbst hat die im Vorfeld seiner Wahl geführten Diskussionen genau verfolgt und äußerte im Morgenpost-Gespräch eine gewisse Verwunderung über Zweifel, die aus Teilen der Opposition an seiner fachlichen Qualifikation laut worden waren. Eine Einzelmeinung, wie jedoch FDP-Fraktionsvorsitzende Gabriele Reimers erklärte: "Die Kritik darf sich nicht gegen die Person richten, dies ist nicht mein Stil." Tatsächlich hängen Vorbehalte wohl wirklich nicht mit seiner beruflichen Befähigung zusammen. Vielmehr war die fehlende Einbindung der Opposition in die Entscheidung moniert worden, nachdem der erste Kandidat kurzfristig abgesprungen war. Grüne, BfS und FDP hatten zuletzt einen Antrag auf öffentliche Sitzung gestellt, der aber auch abgelehnt wurde.

Ohnehin kann Oberbürgermeister Franz Haug die Kritik nicht nachvollziehen. "Beide Kandidaten waren gleichqualifiziert", erklärte der OB, der sich enttäuscht darüber zeigte, dass große Teile der Opposition einem vorher anberaumten Treffen mit Fietz-Mahlow nicht nachgekommen waren. Was dessen Kalender aber nicht wirklich entlasten wird. Schon heute morgen wird der neue Klinikum-Chef mit seinem kommissarischen Vorgänger Hermann-Josef Bökmann und dem Personalrat-Vorsitzenden Jürgen Glanz zusammenkommen, Letzterer allerdings wurde erst von unserer Zeitung über den Termin informiert. Nach den Turbulenzen der letzten Zeit stehen die Zeichen allgemein auf Kooperation. Grünen-Sprecher Dietmar Gaida hofft, dass "bei den Stadtwerken anders verfahren wird", während die Liberale Reimers erklärte, "nun nach vorne schauen" zu wollen.

(RP)