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Neues Wohnviertel auf dem Scheuren-Gelände in Rommerskirchen

Rommerskirchen-Eckum : Neues Wohnviertel auf dem Scheuren-Gelände

Als vor einer Woche die Bagger anrückten, verspürte Andrea Scheuren reichlich Wehmut. Kein Wunder, denn an der Bahnstraße werden die alten Hallen abgerissen, und damit geht auch ein Stück Kindheitserinnerungen für die heute 50-Jährige. Dort, wo die Familie Scheuren ein Stück Stadtgeschichte mitgeschrieben hat, wird in den kommenden Monaten ein neues Viertel entstehen.

Das neue „Entree“ von Eckum wird 32 Wohnhäuser enthalten, darunter zwei Mehrfamilienhäuser.

Die Scheurens hatten eine Speditions-Dynastie in Rommerskirchen gegründet. Angefangen mit dem Urgroßvater von Angela Scheuren, Engelbert, der 1909 – damals noch an der Mittelstraße – eine Spedition gründete. Ganz klassisch, wie es sich für die damalige Zeit gehörte, war er mit der Kutsche unterwegs und fungierte als fahrender Brief- und Posttransporteur zwischen Rommerskirchen und Hochneukirch. Die Entwicklung ging rasant weiter, als Sohn Wilhelm das Geschäft ab 1925 weiterführte, es zur Bahnstraße umsiedelte und dann die ersten Lastwagen hinzukamen. „Als die Bahnstrecke eröffnete wurde, wurde mein Opa Bahnspediteur für die damalige Reichsbahn“, sagt Angela Scheuren. Das Unternehmen fuhr für die Rommerskirchener Genossenschaft und für die Kalkwerke Mosel. Die Bayer-Werke wurden zum Hauptkunden für die Scheurens, als Wilhelm junior, der Vater der 50-Jährigen, Chef des Betriebs wurde. „Erst wurden nur die Waren transportiert, später auch die Belegschaft.“ Vater Wilhelm junior nahm später zeitweilig einen Omnibus-Betrieb hinzu, angeboten wurden Fahrten nach Süddeutschland und Norditalien.

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1993 wurde die Spedition geschlossen und das Unternehmen in zwei Teilen verkauft: an Lehnkering Montan und an Alfred Talke. Das Gelände selbst wurde später vermietet, zuletzt an einen Autohandel und eine Messebaufirma, und dann verkauft. Neuer Eigentümer ist Investor Bonava aus Düsseldorf. Der stellte vor anderthalb Jahren die Pläne für ein neues Wohnviertel auf dem fast 20.000 Quadratmeter großen Areal vor. Die künftige Bebauung soll sich harmonisch in das Ortsbild einfügen. „Es wird ein schöneres Ortsbild geben, als es heute der Fall ist“, sagt Angela Scheuren, trotz aller Wehmut. Im Einzelnen sind in dem zum Bahnhofsparkplatz hin gelegenen Bereich die beiden Mehrfamilienhäuser vorgesehen plus acht sogenannte Townhouses mit drei Wohngeschossen und Flachdach. Scheuren selbst wird in ihrem Haus wohnen bleiben, das auch ein Antiquariat beherbergt.