Erster Poetry Slam in Rommerskirchen-Anstel

Dichterwettstreit in Rommerskirchen-Anstel: Erster Poetry Slam begeisterte über 150 Fans

Sascha Thamm gewann denkbar knapp den erstmals in der Ansteler Schützenhalle abgehaltenen Poetry Slam.

Die wohl wichtigste Frage des Abends stellte Moderator Mario El Toro kurz vor der Kür des Siegers im ersten Poetry Slam, den es jemals in der Gemeinde gegeben hat. Dass das Publikum tatsächlich „Bock hat“ auf eine Neuauflage im kommenden Jahr, machte es in der Schützenhalle in unmissverständlicher Lautstärke deutlich. Was nicht zuletzt ein wichtiges Signal an die Rhenag sein dürfte, die nicht allein die Dichterlesung in Anstel sponserte. Zwei Slams hatten bereits in den vergangenen Wochen stattgefunden, der vierte und letzte geht kommende Wochen in der Drachenburg in Königswinter über die Bühne. „Es ist ja ein klassisches Thema in den Großstädten. Wir wollten es auch in den ländlichen Raum bringen, wo ein solches Programm eine sehr gute Ergänzung ist“, sagte Ingo Janson von der Rhenag.

Wer bisher Anstel und einen Poetry Slam kaum auf einen Nenner bringen konnte, muss nach der erfolgreichen Premiere umdenken. Mehr als 150 Zuschauer und -hörer sorgten für eine von Skeptikern völlig unerwartete Publikumresonanz. Wobei die leidenschaftlich mitgehenden Slam-Fans ausweislich ihrer lautstark signalisierten Zustimmung auch gewillt scheinen, Mario El Toros Aufforderung zu beherzigen, mit dafür zu sorgen, dass die Schützenhalle 2019 restlos gefüllt sein wird.

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Acht bekannte Poetry Slammer traten in Anstel mit eigenen Texten an, wobei nach dem ersten Durchgang der Remscheider Sascha Tamm schon wie der sichere Sieger aussah. Im Halbfinale zeigte sich dann, dass Ella Anschein, die NRW-U20-Meisterin von 2017, eine harte Konkurrentin sein würde. Sascha Thamm, der 2014 den NDR-Comedy-Contest gewonnen hat, legte im Finale unter dem Motto „Grillen 2.0“ mit einer launigen Erinnerung an das gute alte Grillen aus der Vorzeit des Kugelgrills los, was Ella Anschein zu einem messerscharfen Konter provozierte: Ihren vorbereiteten Text legte die trotz ihres jugendlichen Alters schon bei mehr als 500 Dichterwettkämpfen aufgetretene Slammerin beiseite und begeisterte stattdessen in gereimter Form durch eine scharfe Abrechnung mit dem Fleischkonsum. Am Ende musste das Publikum mehrfach applaudieren, ehe Mario El Toro „einen ganz kleinen Vorsprung“ für Sascha Thamm konstatierte. Kommende Woche besteht die Gelegenheit zum „Rückspiel“ denn beide Slammer treten auch in der Drachenburg an.