Rommerskirchen-Evinghoven: Neues Fahrzeug für die Kinderfeuerwehr

Löschzug Evinghoven leistete Pionierarbeit: Kinderfeuerwehr bekommt neuen Transporter

Das Land fördert den neuen Mannschaftstransportwagen vom Typ Mercedes-Benz Vito mit 80 Prozent der Gesamtkosten. Eine Kinderfeuerwehr gibt es beim Pionierarbeit leistenden Löschzug Evinghoven seit vier Jahren.

Mit der im Oktober 2014 gegründeten Kinderfeuerwehr hat der Löschzug Evinghoven schon Pionierarbeit geleistet, ehe es den Begriff einer derartigen „Nachwuchseinheit“ offiziell überhaupt gab. Nach wie vor gehören die Brandschützer aus Evinghoven damit zu den Vorreitern in NRW, wo nur recht wenige Feuerwehren eine „Kinderfeuerwehr“ unterhalten.

Die zugrunde liegende Idee ist denkbar einfach: In Zeiten des Mitgliederschwunds in Vereinen aller Art will die ehrenamtliche Feuerwehr durch diese Nachwuchsarbeit frühzeitig Kinder für sich gewinnen, die ihr dann im Idealfall über die Jugendfeuerwehr und den aktiven Dienst bis hin zur Alters- und Ehrenabteilung als Mitglieder erhalten bleiben. Die erste „Generation“ von Kinderfeuerwehrleuten ist bereits in die Jugendabteilung gewechselt, weitere Übergänge stehen kurz bevor, wie Löschzugführer Frank Engels berichtet.

Die Kinderfeuerwehr selbst ist künftig noch mobiler als zuvor. Möglich macht es ein neues Mannschaftstransportfahrzeug, das die Gemeinde jetzt offiziell in Dienst stellen konnte. Bei der Anschaffung des Mercedes Benz Vito Tourers hat sie von Finanzmitteln aus dem NRW-Projekt „Gründung und Förderung von Kinderfeuerwehren“ Gebrauch gemacht, das 2017 vom Innenministerium gestartet wurde. Im Landeshaushalt standen dafür im vergangenen Jahr insgesamt 1,8 Millionen Euro zur Verfügung. Die Gemeinde hatte sich beim Innenministerium um einen Mannschaftstransportwagen beworben, der mit stattlichen 80 Prozent vom Land gefördert wird. Mit neun Sitzen ausgestattet, von denen acht als Kindersitze genutzt werden können, können die kleinen Feuerwehrleute Termine komfortabel wahrnehmen. Gekostet hat das neue Gefährt über 56.000 Euro, knapp 42.000 flossen aus der Landeskasse.

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Auch wenn schon Jungen und Mädchen im Alter von sechs Jahren in der Kinderfeuerwehr aktiv werden können, rekrutiert der Löschzug Evinghoven erst ab dem achten Lebensjahr. Mag die Zahl der regelmäßigen Teilnehmer an den stets mittwochs stattfindenden Übungen schwanken- zehn bis 15 Kinder kann der Löschzug schon aufbieten. Beigebracht wird ihnen in spielerisch-kindgerechter Form alles, was den Feuerwehralltag ausmacht.

Die bereits gesammelten Erfahrungen möchte die Kinderfeuerwehr nicht nur den übrigen Löschzügen der Gemeinde Rommerskirchen, sondern auch den Kommunen im Rhein-Kreis Neuss zur Verfügung stellen. Eine Aufgabe, für die ein Transportmittel wie der neue Vito Tourer wie geschaffen ist.

In der Jugendfeuerwehr sind gemeindeweit über 50 Aktive zu verzeichnen. Was die Kinderfeuerwehr angeht, ist bislang nur der Löschzug Widdeshoven dem Evinghovener Beispiel gefolgt. Damit besteht also durchaus noch Luft nach oben. Bürgermeister Martin Mertens würdigt das Engagement der Ehrenamtler als „großartig“. „ich finde es toll, mit welchem Einsatz die Feuerwehrkameraden für ihren eigenen Nachwuchs sorgen. Deshalb unterstützt das Rathaus, wo es kann. "

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