Rommerskirchen: Vereine erklären sich solidarisch mit dem Feldbahnmuseum

Rommerskirchen-Oekoven: Solidarität mit dem Feldbahnmuseum

Verzichtet die Bezirkskonferenz am 19. November auf Zuschüsse, könnten diese dem Feldbahnmuseum zugute kommen.

Die Prognose lässt an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig: „Im März oder April sind wir in Konkurs. Damit wäre das Feldbahnmuseum dann Geschichte", beschrieb dessen Chef Marcus Mandelartz jetzt den aktuellen Stand der Dinge. Nachdem die Nikolausfahrten im Advent endgültig abgesagt worden sind, trafen sich Mandelartz und seine Frau Ute im Rathaus mit den Vertretern anderer Vereine, die sich solidarisch mit den Oekovener Eisenbahn-Enthusiasten zeigen.

Nachdem der Rhein-Kreis Neuss das Museumsgelände im April wegen Mängeln beim Brandschutz per Ordnungsverfügung stillgelegt hat, hat der Verein einen Großteil seiner Einnahmen verloren. Hinzu kommt der Verlust aus den Nikolausfahrten, die traditionell die lukrativsten des gesamten Jahres gewesen sind. Lothar Gross, Brudermeister der St. Sebastianus-Bruderschaft Oekoven, kommentierte die Schilderungen des Ehepaars Mandelartz mit Sarkasmus in Richtung Kreis: „Gerade wir können dies nachvollziehen. Mit den Behörden des Rhein-Kreises Neuss in Kontakt zu kommen, kann Zeit, Kraft und unter Umständen viel Geld kosten." Die 2017 aufgetretenen Probleme mit dem neu gestalteten Festplatz sind in Oekoven noch in unguter Erinnerung.

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Gross sagte zu, dass die Oekovener Bruderschaft bei ihrem Reibekuchenabend am 9. Dezember zu Spenden für das Feldbahnmuseum aufrufen wird. Andere Vereine erwägen ähnliches. Den im Fall seiner Billigung durch die Betroffenen weitreichendsten Vorschlag machte Rathaussprecher Elmar Gasten, der auch Leiter der Bezirkskonferenz Mitte ist. Er regte an, dass bei der für 19. November anstehenden Bezirkskonferenz alle Vereine in diesem Jahr zugunsten des Feldbahnmuseums auf Zuschussanträge verzichten könnten. Unter dem Strich könnte dann dem Museumsverein ein Betrag in fünfstelliger Höhe zugute kommen. FDP-Chef Stephan Kunz sprach sich nachdrücklich zugunsten einer Resolution des Rats für den Erhalt des Feldbahnmuseums aus.

Wie die Diskussion zeigte, vermissen die Verantwortlichen des Feldbahnmuseums eine realistische Perspektive, etwa in Form eines abgestuften Plans, wonach die Mängel beim Brandschutz schrittweise behoben werden könnten - bei gleichzeitigem Fahrbetrieb und geöffnetem Bistro. Die auf 60.000 bis 120.000 Euro geschätzten Kosten für die Mängelbeseitigung kann der Verein nicht aufbringen, jedenfalls nicht binnen eines halben Jahres, und schon gar nicht ohne Einnahmen. Hinzu kommt, dass inzwischen zehn der aktivsten Ehrenamtler das Feldbahmuseum verlassen haben und ihrem Hobby andernorts nachgehen. Präsenz zeigen will der Museumsverein in der Adventszeit übrigens dennoch. Beim Weihnachtsmarkt am 16. Dezember wird eine kleine Lokomotive samt dazu gehörigen Wagen im Einsatz zwischen Marktplatz und Feuerwehr sein. Schlimmstenfalls könnte es die letzte Fahrt werden. „Wenn das Feldbahnmuseum geschlossen wird, braucht sich Landrat Hans-Jürgen Petrauschke in Rommerskirchen nicht mehr sehen lassen", vermutet Stephan Kunz.

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