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Rommerskirchen: Erntedankumzug mit Freunden

Rommerskirchen : Erntedankumzug mit Freunden

Dem seit vielen Jahren ersten Erntedankumzug schlossen sich gestern viele Rommerskirchener an. Mit dabei war auch eine Delegation aus dem befreundeten Karstädt. Den Umzug soll es künftig wieder jährlich geben.

Das Experiment ist geglückt: Vom strahlenden Sonnenschein einmal abgesehen, sorgten gut 300 Teilnehmer dafür, dass der erste Erntedankumzug seit Menschengedenken zu einem vollen Erfolg wurde. Bürgermeister Albert Glöckner begrüßte die Teilnehmer vor dem Rathaus, von wo aus es zum Erntedankgottesdienst in der evangelischen Samariterkirche ging. Mit dabei war eine in der Partnergemeinde Karstädt angefertigte Erntekrone aus Getreide, mit der vor fast auf den Tag genau einem Jahr alles begann.

Anlässlich des 20. Jahrestags der Gemeindepartnerschaft war damals eine Rommerskirchener Delegation nach Karstädt gereist. Der dortige Ortsvorsteher André Lüdemann leitete eine Rundreise durch die Dörfer der Partnergemeinde. Bei den Besichtigungen der Kirchen "hat sich Pfarrer Spitzer in die Erntekrone verliebt", erzählt Lüdemann. Die Erntekrone, die 2010 beim Kreiserntefest an der Prignitz mit dem ersten Platz honoriert wurde, mochten die Karstädter nicht herausrücken.

Stattdessen bekam die evangelische Gemeinde ihre eigene: Ende August brachten Petra Herbon, Andrea Brüning, Doreen Lüdemann und Brigtte Jahn das 50 Kilogramm schwere und in zweimonatiger Arbeit hergestellte Prachtstück nach Rommerskirchen. Mit von der Partie war eine zwölfköpfige Delegation aus Karstädt, zu der auch Thorsten und Rabea Schwarz, das Erntekönigspaar des Kreises Perleberg nach Rommerskirchen gehörte.

Die Eckumer Hobbymusikanten eskortierten die Erntekrone per Traktor vom Rathaus zur Kirche. Die Rommerskirchener mochten nicht mit leeren Händen dastehen und so hatte Presybterin Karin Kremer-Schillings einen weiteren Wagen mit traditionellen Erntedankgaben geschmückt. Die Samariterkirche geriet angesichts des geradezu großen Besuchs an die Grenze ihres Fassungsvermögens.

In ihrem Eingangsbereich soll nun die Erntekrone hängen bleiben, die bei guter Pflege bis zu einem halben Jahrhundert alt werden kann. "Heute wollen wir eine alte Tradition neu beleben", betonte Glöckner. Thomas Spitzer pflichtete ihm bei: "Wir haben das nicht gemacht, damit es eine Eintagsfliege bleibt." Ihm schwebt vor, dass der Erntedankzug künftig im jährlichen Wechsel von der Samariterkirche zur katholischen Pfarrkirche St. Peter und umgekehrt führen könnte.

Der ökumenische Akzent wurde auch am Sonntag deutlich. Monsignore Franz Josef Freericks marschierte im Umzug mit, während viele Katholiken auch den evangelischen Erntedankgottesdienst mitfeierten.

(NGZ)