Rommerskirchen: Buch für Gedenkstätte in Israel

Rommerskirchen : Buch für Gedenkstätte in Israel

"Gedanken und Bilder zum Holocaust" lautet der Titel des zweiten Buchs der Oekovener Künstlerin Charlotte Horn. Die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem hat es jetzt in ihrer Bibliothek aufgenommen.

Mehr als 117 000 Titel in 54 Sprachen umfasst die Bibliothek der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem. Zu den dort verzeichneten Veröffentlichungen gehört nun auch das vor nicht ganz einem Jahr erschienene Buch "Gedanken und Bilder zum Holocaust" der Autorin und Malerin Charlotte Horn. Mit Unbehagen habe sie "ein zunehmendes Desinteresse an der Shoa" registriert, beschreibt Charlotte Horn ihr Motiv für das Buch. Ihre Absicht ist es, "insbesondere die jüngere Generation" über die Vernichtung der Juden durch die Nazis zu informieren und "die Märtyrer der Shoa zu ehren", wie sie in einem Brief an die Bibliothek von Yad Vashem erklärt.

Rachel Cohen, Assistentin der dortigen Bibliotheksleitung, sieht in dem Band der Rommerskirchener Autorin "einen wertvollen Beitrag für unsere Bücherei". Die Bibliothek von Yad Vashem sehe sich nicht allein im Dienste heutiger Leser, vielmehr sei sie nicht zuletzt ein Archiv des Holocausts und verwandter Ereignisse für spätere Generationen, betont Rachel Cohen.

Die Rechtsanwältin Charlotte Horn, die seit über 20 Jahren malt und deren zweites Buch die "Gedanken und Bilder zum Holocaust" sind, hatte im Sommer nicht zum ersten Mal Kontakt zu Yad Vashem: 2008 hat die Gedenkstätte in Jerusalem Bilder von ihr in sein Holocaust Art Research Center aufgenommen. Ihr jetziges Buch enthält Teile eines Bilderzyklus', den sie schon in der Hülchrather Synagoge ausgestellt hat: Sich an den Fotografien von Lawrence Rees orientierend, dokumentieren die Bilder die Schrecken der Konzentrationslager. In einem Essay widmet sich Charlotte Horn dem Phänomen der Judenfeindlichkeit und spannt den Bogen vom "christlich" begründeten Judenhass bis hin zum "rassischen" Antisemitismus der Moderne. Vor gut 30 Jahren wurde die gebürtige Nürnbergerin erstmals persönlich mit dem Thema Holocaust konfrontiert, das sie seither in ihrer künstlerischen Arbeit nicht mehr losgelassen hat.

Bei ihren Recherchen ist sie auch in ihrer Familiengeschichte auf interessante Details gestoßen. Vorfahren, die sozialdemokratisch orientiert waren, gerieten ebenso in Konflikt mit den Nazis wie Gilbert Helmer, der gleichfalls mit ihr verwandte Abt des Prämonstratenserstifts Tepl in Westböhmen. Ihr Buch hat Charlotte Horn vor der Aufdeckung der Zwickauer Nazizelle beendet: Dass derartiges nach wie vor möglich ist, werde jedoch bei der Lektüre ihres Textes deutlich, ist die Autorin überzeugt.

(NGZ/ac)
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