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Rheinberg: "Zauberlehrling" im Meister-Modus

Rheinberg : "Zauberlehrling" im Meister-Modus

Erfolgreiches Weihnachtskonzert der Rheinberger Band im "Schwarzen Adler".

Wenn Du dich ärgerst, dass Du auf der Autobahn hängst, weil Du pünktlich zum Konzer der Zauberlehrlinge im "Schwarzen Adler" sein willst, dann ist der Ärger spätestens dann verflogen, wenn Du auf der Bühne Yvonne Rüller "You oughta know" röhren hörst und Du weißt: Da kommen noch dreieinhalb Stunden.

Immer noch versammeln sich mehr als ein Dutzend Menschen, die jeder für sich vor Ort oder in anderen Regionen der Republik unterwegs sind, um gemeinsam miteinander die Bühnen Rheinbergs und der Umgebung mit ihren ganz eigenen Interpretationen und Versionen von weltbekannten Rock-, Pop-, Soul- und Crossover-Songs zum Beben zu bringen.

Und um ihr traditionelles Weihnachtskonzert, die "X-Mas-Jamboree", nicht zu verpassen, nehmen die Musiker eine Menge in Kauf - ob es nun Saxofonistin Sandra Baetzel ist, die extra aus Frankfurt an den Niederrhein kam und ein herzergreifendes Solo bei der Rheinberg-Hymne "Empire steht am Rhein" darbot. Oder ob es Sänger Philipp Rott ist, der sich trotz einer heftigen Erkältung durch das vierstündige Set rockte. Und der gestand, dass diese besondere Gemeinschaft der Grund dafür ist, so etwas in Kauf zu nehmen.

Dass die "Zauberlehrlinge" musikalisch über den Status von Lehrlingen weit hinaus sind, bewies die Combo auch dieses Mal - wobei deutlich zu bemerken war, wie ernsthaft die Band im Vorfeld des Auftritts im Proberaum gearbeitet hatte. Ausgeruht, flüssig im Sound und mit sehr viel Spiel- und Sangesfreude ausgestattet, fegte das Ensemble durch ihr Set von 39 (!) Songs von "Oh Johnny" bis "45 seconds".

Und es bewies wieder einmal seine Vielfalt und die Fähigkeit, jedem Song Ausdruck und auch mal was Neues zu geben - ob nun bei der Rockabilly-Version von "Umbrella", dem sehr kompakten Billy-Idol-Hit "Rebel Yell" als akustischen Höllenritt oder dem Klassiker "Über sieben Brücken musst du gehen". Alle diese Songs wurden von Kai Skroch interpretiert, der einen Sahneabend erwischte und vielleicht seit Jahren nicht mehr so präsent und gut geklungen hat.

Ansonsten überzeugte die Gesamtdarbietung der Combo auf ganzer Linie. Das Publikum feierte entspannt-begeistert mit. Dass die Band zu den mit besten Interpreten von Rage-against-the-Machine-Songs gehört, ist auch keine Überraschung: So aggressiv und packend dürfte die Band "Killing in the name of" aber selten gespielt haben.

(aflo)