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Rheinberg: Von Zwergen bis hin zu Deutschen Riesen

Rheinberg : Von Zwergen bis hin zu Deutschen Riesen

400 Züchter aus dem Rheinland stellten bei der Landesausstellung in der Rassekaninchenzüchter in den Hallen der Messe Niederrhein in Rheinberg 2900 Tiere aus. Die Langohren wurden auch bewertet.

Bis Sonntagabend gehörten die Hallen der Messe Niederrhein in Rheinberg den Vierbeinern mit den langen Ohren und dem flauschigen Fell. Gut 2900 Rassekaninchen waren zu sehen, von Zwergen bis zu Deutschen Riesen. Denn der Landesverband der Rheinischen Rasse-Kaninchenzüchter hatte zur 63. Landesausstellung eingeladen. Mit den Kaninchen kamen 400 erwachsene Züchter aus dem Rheinland, von Monschau bis Kleve und von Heinsberg bis Düsseldorf. Dazu pilgerten weitere 1000 Kaninchenfreunde in die Hallen der Messe Niederrhein.

"Die Anzahl der Kaninchenzüchter ist in den letzten Jahrzehnten zurückgegangen", sagt Norbert Kött. "Aussterben werden Kaninchenzüchter aber nie. Dazu ist die Freude am Tier zu groß." Der 55-jährige Krefelder ist Versicherungskaufmann sowie Obmann für Öffentlichkeitsarbeit und Ausbildung beim Landesverband der Rasse-Kaninchenzüchter. Schon als Kind hatte er Freude an Kaninchen, die wie die Feldhasen zur Familie der Hasen gehören. "Natürlich habe ich auch Fußball gespielt", erzählt er. "Mit neun Jahren hatte ich meine ersten eigenen Kaninchen. Mein Vater, meine Oma und mein Onkel haben Kaninchen gezüchtet. Mein Vater war nicht so dominant im Stall. Ich durfte vieles selbst entscheiden."

So wechselte er mit 18 Jahren vom Jugend- in den Seniorenbereich. "Dieser Wechsel funktioniert oft nicht", weiß er aus eigener Erfahrung. Seine vier Kinder hatten Freude an Kaninchen, bis sie volljährig wurden und aufgaben. Weil das in vielen Züchterfamilien so ist, wirbt der Landesverband besonders um Nachwuchs. So ist der Landesschau der Senioren die Landes-Jugendschau angeschlossen, die Jugendliche für die Zucht gewinnen soll.

40 Jungzüchter unter 18 Jahren zeigten dort ihre Rassetiere. Bei dieser Schau gab es sechs große Preise zu gewinnen, zum Beispiel die Goldene Medaille des Landesumweltministers, die von Tobias Kock aus Wesel mit seinen Grauen Wienern geholt wurde.

Er hatte bereits am Donnerstag seine Kaninchen von den Preisrichtern bewerten lassen - wie alle Jugendlichen und Senioren. Die Bewertung ist ein Grund, zur Landeschau zu kommen, die sich den Lokalschauen im Oktober und den Kreisschauen im November anschließt. Ein zweiter ist, sich neue Rammler oder Mädchen zu kaufen, um Inzucht vorzubeugen. "Ein knappes Drittel der knapp 3000 Kaninchen wechselt den Besitzer", berichtet Norbert Kött.

Ein dritter Grund ist, Gleichgesinnte zu treffen, um sich mit ihnen zu unterhalten, zum Beispiel über Züchtung oder Kaninchenfutter. "Die Freude am Tier ist einfach groß", sagt Norbert Kött. "Kaninchenzucht ist ein schönes Hobby, das sich jeder leisten kann."

(got)