Tour-Tagebuch : Gutes Zeitfahren

Endlich hatte ich mal wieder Grund zur Zufriedenheit, denn die letzten Tage waren für mich wirklich nicht einfach. Aber das Zeitfahren ist alles in allem gut für mich gelaufen. Ich habe mir auch echt Mühe gegeben, weil ich mir nach den zahlreichen Rückschlägen selbst beweisen wollte, dass noch ein guter Rennfahrer in mir steckt. Vor dem Start habe ich einen ehemaligen Mannschaftkameraden aus dem Team Gerolsteiner getroffen, der jetzt als Techniker arbeitet. Er hat mir geraten, dass ich das Zeitfahren ernst nehmen soll, auch wenn es für mich eigentlich um nichts mehr geht. Denn nur so könne ich wieder meine Form finden. Das hat mir sehr geholfen. Geholfen hat mir auch, dass ich vor dem Start durch einen Journalisten erfahren habe, dass Milram jetzt offiziell verkündet hat, dass es auf jeden Fall auch im kommenden Jahr als Sponsor unseres Profi-Teams weitermachen will. Das war ein guter Motivationsschub, denn das gibt Sicherheit. Schon wieder ein neues Team suchen, das braucht wirklich niemand.

Auf der Strecke bin ich zunächst verhalten angegangen, um nicht direkt im Laktat zu stehen. Nach rund einem Kilometer habe ich dann einen guten Rhythmus gefunden, den ich beihalten konnte. Der Berg war zwar richtig eklig, aber auch danach bin ich wieder reingekommen. Weil ich schon ziemlich früh an der Reihe war, hatte ich noch einen halben Ruhetag und konnte unser tolles Hotel am Lac d'Annecy genießen. Die Aussicht auf den See ist wirklich gigantisch, hier würde ich am liebsten bleiben. Doch die 18. Etappe steht an. Ob ich da noch mal angreifen kann, ist die große Frage. Zumal es gleich wieder mit einem Berg losgeht. Wichtig ist, dass ich es schaffe, mich auf den ersten 40 bis 50 Kilometer nicht abhängen zu lassen. Wenn ich das schaffen sollte, muss ich einfach schauen, was noch möglich ist.

David Beineke fasste die Eindrücke von Markus Fothen zusammen.

(RP)