Vaillant bekennt sich zum Standort Remscheid

Neues Forschungs- und Entwicklungszentrum: Vaillant bekennt sich zum Standort Remscheid

Das Unternehmen investiert 54 Millionen Euro am Falkenberg. Am Freitag war Richtfest.

Mit einem Richtfest auf der Baustelle des Forschungs- und Entwicklungszentrums (F & E) an der Falkenberger Straße hat das Millionenprojekt der Vaillant Group am Freitag einen weiteren Meilenstein erreicht. Rund 54 Millionen Euro investiert das Unternehmen für Heiz-, Lüftungs- und Klimatechnik in den fast 25.000 Quadratmeter  großen Komplex in direkter Nachbarschaft zum Unternehmenshauptsitz.

Eine Summe, die selbst ein Weltunternehmen wie die Vaillant Group nicht leichtfertig investiert, wie der Vorstandsvorsitzende Dr.-Ing. Norbert Schiedeck während des Richtfests im Rohbau des Testcenters zugab. „Als ich 2014 ins Unternehmen eingetreten bin, sagte mir meine Sekretärin, dass ich nicht der erste Vorstand bin, der sich mit diesem Projekt beschäftigt“, erzählte Schiedeck. Schon seit den 90er-Jahren wird bei Vaillant über den Bau eines F & E-Zentrums nachgedacht.

Dass sich das Unternehmen vor drei Jahren endgültig dazu durchrang, das Vorhaben anzugehen, hätte bei Stefan Borchers für Bauchschmerzen sorgen müssen. In seiner Brust schlagen als Geschäftsführer für den Bereich Finanzen einerseits – und für den Bereich Immobilienmanagement andererseits – oft zwei Herzen. „Es ist meine Aufgabe, das Geld zusammenzuhalten. Wenn in Immobilien investiert wird, kostet das aber erst mal“, gab Borchers zu bedenken. Im Fall des F & E-Zentrums hätten beide Herzen aber im Einklang geschlagen. „Das hier ist nicht nur buchhalterisch eine Investition. Sondern auch eine Investition in die Zukunft, in den Standort Remscheid, aber auch in unsere Mitarbeiter“, betonte Borchers.

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Tatsächlich sollen die insgesamt drei Gebäude des F & E-Zentrums direkten Einfluss auf die Arbeit der hier später tätigen rund 570 Mitarbeiter haben. Symbol der Arbeitskultur ist das gläserne Atrium zwischen den beiden Bürogebäuden mit einer Gesamtfläche von rund 14.500 m² und dem Testcenter mit einer Größe von rund 9000 m². „Das Atrium ist nicht nur ein architektonisches Highlight. Es ist auch die Verbindung zwischen Testern und Ingenieuren“, verdeutlichte Robin Frohn als Leiter des Bauprojektes.

Ganz praktisch sollen Ingenieure näher an den Ort rücken, an dem ihre Pläne für Neuentwicklungen oder Verbesserungen von Vaillant-Produkten auf Funktion und Qualität gecheckt wird: Im Testcenter werden gut 230 Prüfstände, darunter 40 Wärmepumpenprüfstände, 21 Klimakammern, ein Falltest- und ein Windtestlabor zur Verfügung stehen. „Und genauso rücken auch Produktion und Testcenter zusammen“, verwies Frohn auf die mehr als 40 Meter lange Brücke zwischen Werk und F & E-Zentrum. Vaillant, das seinen Stammsitz zu einem Zentrum für hocheffiziente Heizsysteme und Wärmepumpen umbaut, legte beim Bau großen Wert auf ein nachhaltiges Energiekonzept. So wird die Abwärme, die an den Testständen entsteht, zum Heizen des Neubaus genutzt.

Arbeitsplätze für Remscheid bringt das F & E-Zentrum zunächst einmal nicht. Der städtische Wirtschaftsförderer Ingo Lückgen versteht die Millioneninvestition aber als ein „deutliches Bekenntnis zum Standort, das zudem eine große Strahlkraft hat“. Das sieht auch Bezirksbürgermeister Stefan Grote so, in dessen Bezirk das F & E-Zentrum entsteht. Er glaubt, dass sich das Projekt schon jetzt direkt und positiv auf den Südbezirk auswirkt. „Wenn etwa, wie geschehen, eine Bäckerei Steinbrink eine neue Filiale am Zentralpunkt baut, dann passiert das auch, weil klar ist, dass sich Vaillant zum Standort bekennt“, so Grote. “

(Boll)
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