Grüner Gewerbepark soll ein Vorbild sein

Gewerbegebiet in Remscheid: Grüner Gewerbepark soll ein Vorbild sein

25 Unternehmer wollen das Gewerbegebiet Großhülsberg in Lüttringhausen nachhaltiger und schöner gestalten. Sie haben sich zu einem Netzwerk zusammengeschlossen. Der Bund fördert das Modellprojekt.

Künftig werden im Gewerbegebiet Großhülsberg nicht nur Brote gebacken oder Autos lackiert. Auch Honig aus eigener Produktion kann bald mit dem Wirtschaftsstandort in Lüttringhausen in Verbindung gebracht werden. Auf einer Wiese neben den Geschäftsräumen der Firma Somborn sind zwei Bienenvölker des Lenneper Imkers Frank Saebel heimisch geworden. Für die Nahrungssuche werden sie es bald auch nicht mehr weit haben. Hilmar Somborn wird gleich gegenüber eine Wildblumenwiese für die Insekten anlegen, die durch Umwelteinflüsse bedroht sind.

Somborn ist einer von 25 Firmeninhabern, die sich im Unternehmensnetzwerk Großhülsberg zusammengeschlossen haben. Gemeinsam wollen sie den Gewerbepark an der Stadtgrenze zu Ronsdorf nachhaltiger machen. Das reicht von Ideen über den gemeinsamen Einkauf von Waren über die ökologische Aufwertung von Firmengrundstücken und Dachbegrünungen bis zur Planung eines Gemeinschaftsgartens, im dem regionale Gemüse- und Obstsorten angebaut werden sollen. Der soll auch ein Treffpunkt werden. Dahinter steckt die Idee, dass der Arbeitsort, an dem man so viel Lebenszeit verbringt, auch Aufenthaltsqualität bekommt und ein Platz entsteht, an dem man Pausen gemeinsam verbringt. Angestoßen wurde der Prozess vom Umweltamt der Stadt. Diplom-Ingenieurin Susanne Smolka begeisterte die Unternehmer für die Teilnahme an einem Forschungsprojekt des Bundes, bei dem es um die Veränderung urbaner Räume geht.

Unter den 23 geförderten Projekten sind wenige Wirtschaftsstandorte. Das Remscheider Projekt könne Schule machen, sagte Dr. Frank Betker vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrtforschung. Während in Holland die nachhaltige und ansprechende Entwicklung von Gewerbegebieten üblich sei und vom Staat unterstützt werde, sei dies in Deutschland noch neu.

„Ich bin hier mit dem Kopf in den Honigtopf gefallen“, sagt Melanie Scholz. Das Projekt habe 2017 gerade begonnen, als sie sich mit ihrer Firma für Tiernahrung ansiedelte.

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Der Gemeinschaftsgarten, der auf einem zugewucherten Grundstück der Stadt entsteht, grenzt an ihre Firma. Sie wirkt dabei natürlich mit.

Finanziert wurde aus den Fördergeldern neben der Stelle von Susanne Slomka auch die am Donnerstag an den Start gegangene Internetplattform www.grosshuelsberg.net. Hier werden die Leitlinien des Projekts gezeigt, die Partner vorgestellt. Alle Neuigkeiten über Entwicklungen im Netzwerk finden sich hier. Entworfen hat sie die Werbeagentur Diners, die ebenfalls dazugehört.

Hilmar Somborn musste für das Thema Nachhaltigkeit nicht lange überzeugt werden. Vor 18 Jahren schon installierte er in Großhülsberg eine große Solaranlage auf dem Dach seiner Firmenhalle. Sie liefert grünen Strom – und sie rentiert sich.

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