DOC Remscheid: Ein bisschen Frieden

Ansichtssache: Ein bisschen Frieden

Die erklärte Absicht der Städte Wuppertal und Remscheid eine Outlet-Kompromiss finden zu wollen macht Hoffnung. Eine Lösung ist sie noch nicht.

Auf der Internetseite www.doc-remscheid.de berichtet die Stadt über den Sachstand zum geplanten Designer Outlet-Center in Lennep.

Wer sie in den vergangenen Monaten aufgerufen hat, erfuhr unter anderem, dass der Tennenplatz am Röntgenstadium gesperrt werden muss (Januar), dass man weiß, wie die Lärmschutzwand an der Ringstraße gestaltet werden soll (Februar) oder dass die Feuerwehr Lennep in ihre neue Wache gezogen ist (Juli).

Zu dem Projekt, das die riesige Bugwelle von Investitionen, Umzügen und Baustellen überhaupt ausgelöst hatte, erfuhr man nichts. Vor diesem Hintergrund ist die kurze Mitteilung, die in dieser Woche über den Umweg München (dort weilten die Bergischen Stadtspitzen wie in jedem Jahr zur Immobilienmesse Expo Real) den Weg nach Remscheid fand, schon fast eine Nachrichtenflut. Denn zwischen den mit diplomatischen Samthandschuhen verfassten Zeilen (die FDP Wuppertal spricht in einer ersten Reaktion vom „Münchener Frieden“) steckt eine Botschaft, die Hoffnung macht, dass es bei dem seit der Erteilung der Baugenehmigung im April 2017 im juristischen Dickicht abgetauchten Hauptprojekt tatsächlich irgendwann mal weitergehen könnte.

  • DOC-Pläne : Städte wollen den Outlet-Kompromiss

Wuppertal, so kann man in der Notiz aus München lesen, ist zu einem Kompromiss mit Remscheid bereit, erkennt die DOC-Pläne in Lennep endlich an und möchte sich auf die Entwicklung der Bundesbahndirektion am Hauptbahnhof konzentrieren.

Das klingt wie eine Selbstverständlichkeit, ist es aber nicht. Der große Nachbar Wuppertal hat bislang alles unternommen, um das DOC in Lennep zu verhindern. Die sehr grundsätzlichen Klagen vor dem Verwaltungsgericht haben jeden Schwung aus dem Millionen-Projekt genommen.

Sollte auf die vorsichtig formulierte diplomatische Note von der Expo der nun logische Klageverzicht der Wuppertaler folgen, wäre das wirklich eine gute Nachricht. Aber Vorsicht bleibt geboten. Noch ist völlig unklar, welchen Preis die Wuppertaler im Gegenzug für ihr Entgegenkommen von Remscheid erwarten. Zwar hat sich inzwischen auch im Tal der Wupper herumgesprochen, dass die Bundesbahndirektion am Elberfelder Hauptbahnhof als Standort für ein Outlet-Center völlig ungeeignet und die Pläne für eine spätere Erweiterung der Verkaufsfläche durch einen Brückenschlag über die Bahngleise utopisch sind. Die Frage bleibt aber, was nun mit der Schlüssel-Immobilie passieren soll, die wie ein griechischer Tempel über dem unvollendeten Döppersberg-Areal thront.

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