Aktenzeichen-XY-Fall Leonie aus Remscheid: Polizei prüft Spur in Rotlichtszene

Vermisste Remscheiderin bei „Aktenzeichen XY“ : Polizei prüft im Fall Leonie Spur in die Rotlichtszene

Die 17-jährige Leonie Gritzka aus Remscheid ist seit zwei Jahren spurlos verschwunden. In der Sendung „Aktenzeichen XY“ sind weitere Details des Falls bekannt geworden. Die Mutter hat sich in einem emotionalen Brief an Leonie gewandt.

Mit 15 Jahren ist Leonie verschwunden. „Sie hat nichts mitgenommen. Keine Kleidungsstücke, Schminke, Geld, Papiere“, sagte Hauptkommissar Stefan Weiand am Mittwochabend in der „Aktenzeichen XY“-Spezial-Sendung „Wo ist mein Kind?“. Dennoch könne es sein, dass das Mädchen am 22. Juli 2016 freiwillig weggegangen sei.

Die Jugendliche war in ihrer Kindheit in Heimen und bei Pflegefamilien untergebracht. „Leonie ist immer wieder mal weggelaufen, das kam schon mal vor. Sie ist dann aber dann immer wieder zurückgekehrt“. 2016 ist die damals 15-Jährige aber nicht mehr nach Hause gekommen. Eine erste Spur führte damals nach Frankfurt, auch auf einen Aufenthaltsort in Köln gab es Hinweise. Die Such- und Fahndungsmaßnahmen verliefen aber bisher erfolglos.

Offenbar hatte das Mädchen einen Freund, der doppelt so alt wie sie war. Eine Freundin berichtet, dass dieser Freund Leonie in der Remscheider Innenstadt mit einem Auto abgeholt hatte. Es habe sie verwundert, dass noch ein zweiter Mann in dem Wagen saß. Ihr Freund habe Leonie auch komisch begrüßt, er habe dabei nicht gelacht, sagt die Feundin aus. „Das war das letzte Mal, dass ich Leonie gesehen habe.“

Hauptkommissar Weiand kann nicht ausschließen, dass Leonie in der Prostitution gelandet sein könnte und einem Loverboy aufgesessen ist. Loverboys gaukeln jungen Frauen Liebe vor und drängen sie so in die Prostitution. „Leonie ist ein junges, hübsches Mädchen, die sich zu erwachsenen Männern hingezogen gefühlt hat. Das ist auf jeden Fall eine denkbare Theorie“, sagte der Ermittler.

Noch während der Sendung meldete sich ein Polizeibeamter und berichtete von einem ähnlichen Fall. Er nannte sogar einen konkreten Namen, der jetzt überprüft wird. Während der Sendung und auch bei der Polizei in Remscheid sind einige Hinweise eingegangen. „Die Hinweise müssen jetzt bewertet werden und dann kann man ihnen nachgehen“, sagte eine Sprecherin am Donnerstag. Die Zahl der Hinweise bewege sich noch im einstelligen Bereich, man hoffe aber auf noch mehr in den nächsten Tagen.

Leonies Mutter hat in der Sendung einen Brief veröffentlicht, in dem sie das Mädchen bittet, ein Lebenszeichen von sich zu geben. „Es vergeht seit über zwei Jahren kein Tag, wo ich nicht an Dich denke und mich frage, wo Du bist“, schreibt sie. „Ich möchte Dir sagen, wie sehr ich Dich liebe und das alles wieder gut wird, egal was passiert ist.“

(top/özi)
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