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Kommentar: Hospiz-Mrathon in Remscheid mit gutem Ende

Ansichtssache : Hospizmarathon mit gutem Ende

Acht Jahre lang haben Bürger und Firmen nur auf ein Versprechen hin Geld gegeben. Über zwei Millionen Euro sind zusammen gekommen.

Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz nannte Andreas Holthaus bei der Verleihung der Bürgermedaille den „Marathonläufer der Hospizarbeit“. Ohne ihn und das unermüdliche Engagement der Mitglieder des Hospizvereins für den Bau des Sterbehauses mit zehn Zimmern in Bergisch Born wäre eine solche Unterkunft nie zustande gekommen. Über acht Jahre lang haben der Vorsitzende Holthaus und seine Mitstreiter um Spenden geworben. Acht Jahre lang haben ihm die Bürger und Firmen der Stadt nur auf ein Versprechen hin Geld gegeben. Über zwei Millionen Euro sind so zusammen gekommen. Kein Cent von diesem Geld, so wurde glaubhaft versichert, ging in irgendwelchen Verwaltungsstrukturen unter. Es kommt dem Projekt und den Menschen direkt zugute.

Der Marathonlauf zum Hospiz musste einen ärgerlichen Zwischenstopp hinnehmen. Und einige Mitstreiter lagen wohl kurz in einem Sauerstoffzelt, als sie erfuhren, dass die Geschäftsführung der Stiftung Tannenhof, die das Grundstück in Lütringhausen stellte und die Verantwortung für den Betrieb übernahm, aus dem Projekt ausstiegt. Das war umso verwunderlicher, weil der geistige Vorstand der Stiftung, Pfarrer Uwe Leicht, auch im Vorstand des Hopizvereins engangiert war. Das Projekt stand plötzlich vor dem Aus. Kein Partner in Sicht.

Marathonläufer wissen, dass es auf der Strecke immer Etappen gibt, auf denen man leidet und alles in Frage stellt. Nur ein Gedanke darf nie Oberhand gewinnen: aufgeben. So war es auch beim Hospizmarathon. Holthaus brachte Caritas und Diakonie an einen Tisch, und die Stadt ließ den Verein nicht hängen. Sie verpachtete ein feines Grundstück in Bergisch Born für das es einen Bebauungsplan gibt, der den Bau eines Hospizes auch erlaubt. Nun kann es endlich gebaut werden

Das Engagement des Vereins mit seinen 3500 Spendern kann man nicht hoch genug einschätzen. Remscheid ohne Hospiz – das wäre eine traurige Vorstellung gewesen. Es gehört zur Lebensqualität, dass die Bürger wissen, in ihrer Stadt gibt es einen Ort, an dem sie in Würde sterben können, wenn es in den eigenen Wänden nicht mehr möglich ist.

Mit dem Bau des Hospizes erlischt die ehrenamtliche Aufgabe des Vereins nicht. Es gibt weiterhin viel zu tun.