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Europawahl: In Remscheid sind 400 Wahlhelfer im Einsatz

Europawahl 2019 in Remscheid : Reichlich Auswahl für Europa

40 Parteien stehen am Sonntag auf dem Wahlzettel der wahlberechtigten Remscheider für die Europawahl. In 54 Wahllokalen im Stadtgebiet sind rund 400 Wahlhelfer im Einsatz.Eine offizielle Wahlparty gibt es nicht.

Wer am kommenden Sonntag in einem Remscheider Wahllokal seine Stimme bei der Europawahl abgeben möchte, muss in der Wahlkabine zunächst etwas Faltarbeit verrichten, um den Überblick zu bekommen. Der Stimmzettel ist noch einmal deutlich größer als bei der Wahl im Jahr 2014. Damals standen 24 Parteien zur Wahl, diesmal sind es 40 – darunter allein vier, die den Tierschutz im Namen tragen. Auch in der Auswahl: Die Europäische Partei Liebe, die Menschliche Welt oder das Bündnis Grundeinkommen.

Die 54 Wahllokale im Stadtgebiet öffnen an diesem Tag um 8 Uhr, sind bis 18 Uhr geöffnet. Ausreichend Zeit also, sein demokratisches Wahlrecht auszuüben. Bis auf zwei Ausnahmen sind die Wahllokale dieselben geblieben.

77.300 Remscheider stehen in der Wählerliste und haben eine Wahlbenachrichtigung erhalten. Zusätzlich wurden rund 7000 EU-Bürger, die in Remscheid wohnen, angeschrieben. Sie können sich bei der Stadt melden, wenn sie hier und nicht in ihrem Heimatland ihre Stimme abgeben wollen. Die Resonanz war allerdings gering, sagt Bernd Hoffmann, bei der Stadt zuständig die Wahlkoordination. Das kann auch daran liegen, dass in Deutschland andere Parteien auf dem Zettel stehen als im Heimatland. Einen Italiener, der die Fünf-Sterne-Partei wählen wollte, musste Hoffmann enttäuschen. Der Mann muss nun nach Solingen, wo die Botschaft ein Wahllokal eingerichtet hat.

Viele Remscheider Wahlberechtigte und -willige werden die Wahlhelfer in den Wahllokalen auch gar nicht zu Gesicht bekommen. Sie haben im Vorfeld bereits die Möglichkeit der Briefwahl genutzt, die immer beliebter wird. Hoffmann schätzt, dass insgesamt 10.000 Remscheider diese Variante wählen werden. Entweder, weil sie am Tag der Europawahl in Urlaub sind oder weil sie etwas anderes vorhaben. Die Verfahren zur Briefwahl würden immer einfacher. „Die Online-Briefwahl brummt“, sagt Hoffmann.

Rund 400 ehrenamtliche Helfer hat die Stadt an diesem Tag am Start. Rund die Hälfte haben zuvor bei einem früheren Urnengang schon mal Wahldienst gemacht, die anderen sind Neulinge. Über Schulungen bereitet die Stadt ihre Helfer auf den Dienst vor. Zudem haben Hoffmann und seine Kollegen Videos erstellt, wie der Tag im Wahllokal am besten organisiert wird. Sie können auf der Internetseite der Stadt abgerufen werden.

Gearbeitet wird in zwei Schichten. Allerdings müssen zum Start um 7.30 Uhr alle ins Wahllokal kommen, unter anderem um zu klären, ob die Teams komplett sind. Dann geht ein Teil nach Hause und kommt am Mittag zur Ablsöung wieder. Am Abend sind beim Auszählen alle Hände gefragt.

Im Ämterhaus am Ebert-Platz laufen die Ergebnisse ein. Zehn Kollegen der Stadtverwaltung sind hier am Wahltag im Dienst. Sie stehen im telefonischen Kontakt zu den Wahllokalen, können helfen, wenn etwas klemmt. Eine Wahlparty der Stadt gibt es nicht. Die Kandidaten der Parteien, die bei der Europawahl antreten, kommen nicht aus Remscheid, vor Ort gibt es also keine Gewinner oder Verlierer zu bestaunen. Zudem ist erfahrungsgemäß das Interesse der Bürger an Europawahlen geringer als an Kommunalwahlen.