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Harry Potter-Convention in Solingen: Ein Geburtstagsständchen für "Lavender Brown"

Harry Potter-Convention in Solingen : Ein Geburtstagsständchen für "Lavender Brown"

Ein Hauch von Hogwarts

Damit hätte Jessie Cave nicht gerechnet. Die erste Interview-Runde auf der Open Air-Bühne von Schloss Burg endete mit einem Geburtstagsständchen - gesungen von ihren Schauspieler-Kollegen Nick Moran, Christian Coulson und Stanislav Yanevski sowie mehreren hundert Besuchern des "Harry Potter-Specials". Angestimmt hatte das spontane "Happy Birthday" Cevin Conrad. Die Überraschung war dem US-Amerikaner geglückt. Gerührt nahm die 31-jährige Britin die gesungenen Glückwünsche entgegen.

Damit hätte Jessie Cave nicht gerechnet. Die erste Interview-Runde auf der Open Air-Bühne von Schloss Burg endete mit einem Geburtstagsständchen - gesungen von ihren Schauspieler-Kollegen Nick Moran, Christian Coulson und Stanislav Yanevski sowie mehreren hundert Besuchern des "Harry Potter-Specials".

Angestimmt hatte das spontane "Happy Birthday" Cevin Conrad. Die Überraschung war dem US-Amerikaner geglückt. Gerührt nahm die 31-jährige Britin die gesungenen Glückwünsche entgegen.

$ Cevin Conrad (l.) moderierte drei der vier Interview-Runden mit den Fans. Nick Moran und Christian Coulson hatten auf der Open Air-Bühne Bühne sichtlich Spaß. Foto: Radtke

Durch Zufall war Cevin Conrad vor zwei Jahren bei der ersten "Medieval Fantasy Convention" (MFC) an den Job des Moderators der Interview-Runden gekommen. Als einer der Museumsführer von Schloss Burg war er damals ohnehin vor Ort und leitete spontan einige der ersten Frage-Antwort-Sequenzen von Publikum und Schauspielern.

Foto: Radtke Guido

Inzwischen ist der Trainer der Zweitliga-Footballer der Solingen Paladins fest gebucht, wenn es darum geht, bei der MFC oder wie jetzt am Wochenende beim "Harry Potter-Special" ein lockere und entspannte Atmosphäre auf und vor der Bühne zu schaffen.

Das macht der Wahl-Solinger so gut, dass er inzwischen viele Anfragen von Veranstaltern anderer Conventions in ganz Deutschland erhält. Zugesagt hat er jedoch bislang noch nie, weil er insbesondere aufgrund seiner Verpflichtung als Football-Trainer an Wochenenden keine Zeit dafür findet. "Vielleicht schaffe ich es, wenn wir mit den Paladins in Elmshorn spielen. Dann könnte ich bei einem Event in Hamburg dabei sein, bei dem sich alles um Indiana Jones dreht."

Auf Schloss Burg aber drehte sich zwei Tage lang alles um die magische Welt von Hogwarts. Cevin Conrad gibt zu, dass er bei Kinder-Führungen durch die historische Anlage gerne Parallelen zieht zu der von J. K. Rowling geschaffenen Zauberschule, an der Harry Potter, Hermine Granger und Co. ihre Abenteuer zu bestehen haben: "Wir haben manche Bilder auf Schloss Burg, die sich hin und her bewegen - genau wie in Hogwarts".

Mit vielen kleinen Details hat Veranstalter Jörg Bürrig mit seinem 55-köpfigen Team versucht, eine magische Atmosphäre zu schaffen. Im Rittersaal etwa hingen fliegende Kerzen, auf der Toilette gab es Hinweisschilder zum "Ministry of Magic". In erster Linie aber waren es die aus dem gesamten Bundesgebiet angereisten Besucher, die für das besondere Potter-Flair gesorgt haben.

Eine Vielzahl hatte die Hogwarts-Schulkluft von Gryffindor, Hufflepuff, Ravenclaw oder Slytherin angezogen. Andere waren aufwändig verkleidet als Cosplayer unterwegs. Auf dem Gelände tummelten sich die Hausgeister von Hogwarts, Rita Skeeter, Harrys Patronus, Hauself Dobby, Fleur Delacour, die Weasley-Zwillinge, und viele mehr.

Publikumsliebling war zweifelsohne Evanna Lynch. Mehr als 250 Foto-Shootings waren vorab mit "Luna Lovegood" gebucht worden, die in der Kemenate nahezu im 15 Sekunden-Takt in rund 70 Minuten abgearbeitet wurden. Begehrt waren auch die Autogramme der Irin, für die ihre Fans im Rittersaal lange Schlange standen.

Unerwartet lang hatten sich im Übrigen am Samstagvormittag die Wartezeiten gestaltet, um überhaupt vom Vorhof ins Innere von Schloss Burg zu kommen. Der Grund: Gegen 11 Uhr verhängte die Feuerwehr einen Einlassstopp, weil sich zu viele Leute im Innen- und Burghof sowie im Rittersaal befunden hatten. "Man hat gemerkt, dass das Potter-Publikum noch nicht ausreichend Convention-Erfahrung gesammelt hat", erklärte Jörg Bürrig.

"Die Leute wollten nicht mehr raus, weil sie die Befürchtung hatten, keinen Einlass mehr zu bekommen." Nach knapp zwei Stunden aber entspannte sich die Situation, nachdem die Feuerwehr Grünes Licht gegeben hatte, die Einlasszahl leicht zu erhöhen.

Das Wetter tat sein Übriges, dass Fans wie Schauspieler das Harry-Potter-Familientreffen genossen haben. "Die Darsteller sind so warm und nett, sie wollen auch Kontakt", sagt Cevin Conrad. "Sie sind auch nur normale Menschen, haben allerdings das große Glück, vor der Kamera stehen zu können."

(gra)