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Ansichtssache Musik- Und Kunstschule: Begegnungszentrum ist mehr als nur Beiwerk

Ansichtssache Musik- Und Kunstschule : Begegnungszentrum ist mehr als nur Beiwerk

Mit dem Begegnungszentrum ist fast so etwas wie ein neues Kulturinstitut in Remscheid geschaffen worden.

Zur Geschichte der beiden Bürgerhäuser an der Scharffstraße gehört es, dass sie immer als Begegnungszentrum konzipiert waren. Das war vor 20 Jahren so, als das Gebäudeensemble noch als Gerd Arntz-Galerie firmierte. Nach dem Umzug der Musik- und Kunstschule steht auch diesmal der Gedanke im Mittelpunkt, dass sich dort die Generationen treffen können. Die Idee, die Galerie als ein Begegnungszentrum zu etablieren, das nicht nur Freunde der Bildenden Kunst anzieht, ist glanzvoll gescheitert. Es fehlten die Besucher und die Mittel, um ein Pogramm auf die Beine zu stellen. Wenn die Bezeichnung "Begegnungszentrum" nicht nur ein sprachliches Feigenblatt sein soll, um Fördergelder aus Düsseldorf zu bekommen, dann steht den Mitarbeitern des Kommunalen Bildungszentrums viel Arbeit ins Haus. Mit dem Begegnungszentrum ist fast so etwas wie ein neues Kulturinstitut geschaffen worden, das sich aus besonderen Angeboten der Musik- und Kunstschule, der Volkshochschule und der Zentralbibliothek speist. Die Ausläufer der Willkommenskultur 2015 wirken nach, wenn sich die erste Programmschiene speziell an Menschen richtet, die als Flüchtlinge in Remscheid leben. Es wäre ein Gewinn für die Stätte, wenn sie schnell vom Flüchtlingsimage wegkommt. Das Foyer der Musik- und Kunstschule ist für alle offen, unabhängig von ihrer Herkunft, ihrem Geldbeutel und ihrem Bildungsgrad. Alle Bürger sind dort erwünscht. Und selbstverständlich auch Flüchtlinge. Das ist die zentrale Botschaft.

Vom Scheitern der Galerie als Begegnungsstätte lässt sich lernen, dass ohne regelmäßige Angebote, Öffnungszeiten und unermüdliche Werbung diese gute Absicht in ein paar Monaten gestorben ist. Das wäre bedauerlich und für eine erstrebenswerte Lebensqualität in Remscheid ein Rückschritt.

Mit dem Seniorenbüro am Markt, das vor neun Monaten öffnete, hat die Stadt bei den Bürgern einen Nerv getroffen. Viele Menschen kommen dorthin, nicht nur um fachlichen Rat einzuholen, sondern auch, um nur mal zu reden und eine Tasse Kaffee zu trinken. Viele sind einsam. Sie suchen die Gemeinschaft. Der Begegnungsstätte der Galerie ist ein ähnlicher Boom zu wünschen. Statt auf Seniorenberater trifft man dort auf kommunikative Kulturberater.

(RP)