Heiligenhaus: Sternsinger-Hilfe kommt an

Heiligenhaus: Sternsinger-Hilfe kommt an

Der Erlös der Aktion vor Ort geht an Hilfsprojekte in Brasilien und Indien. Die kleinen Könige kamen immer zu erfreulichen Ergebnissen – über 29 000 Euro waren es im Vorjahr.

Der Erlös der Aktion vor Ort geht an Hilfsprojekte in Brasilien und Indien. Die kleinen Könige kamen immer zu erfreulichen Ergebnissen — über 29 000 Euro waren es im Vorjahr.

190 Sternsinger ziehen in diesen Tagen durch die Stadt. In den vergangenen Jahren kamen erfreuliche Spendensummen zusammen — zuletzt gut 29 000 Euro bei der Sternsinger-Aktion 2011. Großen wert legen die Organisatoren um Michael Hoffahrt und Günter Cramer darauf zu betonen: "Das Geld kommt über das Kindermissionswerk zu hundert Prozent bei den Hilfsprojekten an." Es gebe keinerlei Verwaltungspauschalen oder dergleichen. Die Heiligenhauser Spenden kommen zwei in langen Jahren aufgebauten Projekten zugute.

Indien — Sant Chavara Kala Niketan: Pater James war in den 80er Jahren in der Kirchengemeinde St. Ludgerus als Kaplan tätig. Im Dezember 1989 kehrte er nach Indien zurück, zuerst in ein kleines Dorf nach Sapur und dann nach Ballarpur, wo er mit der Unterstützung aus Heiligenhaus viel für die Bedürftigen in dieser Gegend tun konnte. Pater James setzt die Prioritäten in die Ausbildung der Menschen. Mit den finanziellen Mitteln konnte er auch vielen Menschen bei der Krankenpflege, bei der Nahrungsbeschaffung und beim Häuserbau helfen.

Pater James berichtete oft, Indien sei kein armes Land. Der Reichtum sei groß, es fehlt jedoch die gerechte Verteilung. Nach der Unabhängigkeit von Großbritannien im Jahre 1947 hat Indien enorme Fortschritte auf vielen Gebieten gemacht. In Wissenschaft und Technik, Bildung und Ausbildung hat Indien einen hohen Standard erreicht. Andererseits befindet sich fast die Hälfte der Bevölkerung im Zustand der absoluten Armut; die Ureinwohner, die Kastenlosen, die Landarbeiter, die Slumbewohner, viele Frauen und Kinder sind hiervon betroffen. Wir müssen uns heute den Herausforderungen in der Frage nach Gerechtigkeit und Frieden für die dortigen Menschen stellen. Ein großer Teil der Bevölkerung ist unterernährt, hat wenig Zugang zu sauberem Trinkwasser und lebt in unhygienischen Wohnverhältnissen.

Deshalb haben dort normale Infektionserkrankungen schreckliche Auswirkungen. Die Hütten und Häuser der Armen bieten nicht genügend Schutz gegen Regen und Kälte und bei beengten Wohnverhältnissen werden Krankheiten schnell übertragen. Das Heiratsalter in den Dörfern beträgt durchschnittlich 18 Jahre. Die Hochzeit hat in Indien eine sehr große Bedeutung und führt oft zur hohen Verschuldung der Familien. Schwangere Frauen bekommen dort weniger Nahrung und deshalb wiegen Neugeborene durchschnittlich nur zwei Kilo. Nach den ersten sechs Lebensmonaten ist aufgrund von Erkrankungen eine hohe Säuglingssterblichkeit zu beobachten.

Aktuell berichtet Pater James, dass in den vergangenen fünf Jahren mit den Geldern der Sternsinger mehr als 50 Häuser für Menschen gebaut wurden, welche vorher in Wellblechhütten gewohnt haben. Im letzten Jahr wurden Häuser für weitere zehn Familien errichtet. Zusätzlich werden mit den Mitteln Ernährungsprogramme für stillende Mütter sowie Gesundheits- und Bildungsprogramme finanziert.

Außerdem werden Mädchen, welche heiraten, finanziell unterstützt. Pater James bedankt sich nochmals für die Unterstützung aus Heiligenhaus, auf die er immer wieder zählen kann. Er ist stolz darauf, dass er mit den großzügigen Spenden sehr viel Gutes für die armen Kinder und Menschen in dieser Region von Zentral Indien tun kann.

Terra Santa in Petropolis/Brasilien: Der Franziskaner Pater Johannes Bahlmann, heute Bischof Bernardo (Dom Bernardo), wurde im Juli 1997 im niedersächsischen Vechta, nur wenige Kilometer von seinem Heimatort Visbeck zum Priester geweiht. Nach der Priesterweihe wurde Dom Bernardo von seinem Orden nach Petrópolis in Brasilien versetzt. Das Franziskanerkloster betreibt dort das "Centro Educational Terra Santa", ein Hilfswerk für Straßenkinder in Petrópolis.

Terra Santa stand damals aufgrund finanzieller Probleme vor der Schließung. "Dann hätten viele Kinder aus dem Viertel an unsere Klostertür geklopft, also war es besser, die Struktur aufrechtzuerhalten und zu investieren", so Dom Bernardo zu seiner Entscheidung, die Leitung des Klosters zu übernehmen. Mehr als 10 Jahre stand Dom Bernardo an der Spitze der Einrichtung. In dem Hilfswerk werden Straßenkinder betreut. So werden dort bis zu 72 Kinder ausgebildet. Als Bischof von Óbidos begleitet Dom Bernardo das Projekt aus der Ferne und ist unsere Kontaktperson nach Terra Santa.

Das Hilfswerk wird derzeit von dem Franziskanerpater Prof. Dr. Pater Antônio Moser geleitet.

(RP/rl)
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