Atelier Kunstraum Heiligenhaus

Kalligraphiekurse im Atelier kunstraum: In der Freizeit schön schreiben lernen

Weniger Café, dafür mehr Platz für Kunst: Helge von Czaplinski hat im „Atelier Kunstraum“ dringend gesuchten Raum für Kultur geschaffen.

Eines war Helge von Czaplinski von Anfang an wichtig: „Man darf Zeit mitbringen, wenn man her kommt.“ Dieser Wunsch zur Eröffnung seines Kunstraums im Juli letzten Jahres ist längst in Erfüllung gegangen.

Ebenso wie ein weiterer, denn aus dem ArtCafé ist viel mehr noch ein Atelier geworden und das ist für Künstler jeglicher Couleur zum „Wohnzimmer“ geworden – Kaffee und Kulinarisches gibt’s aber immer noch. An der Hauptstraße 217, direkt gegenüber der alten Kirche, eröffnete der freischaffende Künstler und gelernte Konditor seinen Traum von einer Künstler-Begegnungsstätte, und in die kommt zum Beispiel am „Workshop-Donnerstag“ viel Leben. Wie unter anderem mit Kalligrafie-Künstler Sedat Danisman. Er war Kommilitone von Czaplinski, nach gemeinsamen Projekten gibt der Gelsenkirchener nun seine Vorstellung von Schönschrift an Interessierte weiter, die ist nämlich im weiten Umkreis, nach eigenen Angaben, einzigartig. Leicht sei das nicht, aber lernbar. Er verbindet darin die beiden unterschiedlichen Formen der europäischen Form der Kalligrafie mit osmanischen Formen und Stilen. „Mit den Normen der europäischen Kalligrafie, der Lateinschrift kann ich nicht viel anfangen“, nur der osmanische Stil würde ihm aber auch nicht gerecht, so schreibt er nun auf alles „außer auf Wasser“ – und hat sich so seine eigene Form geschaffen, die gibt er nun jeden Donnerstag im Heiligenhauser Kunstraum weiter.

Auch so kann Schönschreib-Unterricht aussehen. Foto: Blazy, Achim (abz)
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Ob politische oder religiöse Konflikte, verschiedene Kunstprojekte bestätigen ihm: „die Kalligrafie verbindet.“ Die Anleitung durch erfahrene Künstler ist in den Kursen oder dem offenen Atelier im Kunstraum wichtig, trotzdem ist das Angebot bewusst niedrigschwellig. Zusammensitzen und philosophieren, malen oder sich spontan an die Musikinstrumente setzen, - auch einen Kochkurs gab’s schon - das war von Beginn an die Intention hinter den Räumlichkeiten. Ob bildende Künstler, Schreibende oder Musiker, sie sind alle willkommen: so wie letztens, erinnert sich von Czaplinski: „da kam ein Opernsänger, der einfach angefangen hat, auf der Gitarre zu spielen.“ „Dass es hier einen Raum für Künstler gibt, dafür wurde es wirklich Zeit“, findet Birgit Schöneberg und bestätigt damit auch die Rückmeldungen, die der Inhaber bekommt. Schönberg ist seit Jahren leidenschaftliche Stemplerin, auch das doodlen gehört für sie dazu. Das ist aber mehr als nur kritzeln, denn „ich weiß vorher nie wie es am Schluss aussieht.

Kunst braucht Wege und Förderer, wie eben Helge von Czaplinski. So stellt eine Künstlerin derzeit ein Nagelkunstwerk aus bisher 1000 Nägeln her, „500 Nägel liegen noch parat“. Zu sehen ist das Straßendorf Heiligenhaus in einer spannenden 3D-Version, die auch noch leuchtet. Im hinteren Raum des Ateliers strickt währenddessen die Truppe um Gaby Beenders wirklich alles was man aus Wolle nur herstellen kann. „Alles was wir hier herstellen, sind Unikate“, betonen die Damen – wie eben alles im Kunstraum.

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