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Rhein-Kreis: Polizeifunk wird abhörsicher

Rhein-Kreis : Polizeifunk wird abhörsicher

Der Funkverkehr zwischen Polizei, Feuerwehr und anderen Rettungsdiensten wird bundesweit digitalisiert. Nach Neuss wird die Technik als eine der ersten Stellen geliefert. Ende des Jahres soll im Kreis digital gefunkt werden.

Rhein-Kreis Der Rhein-Kreis ist Technik-Pionier: Als einer der ersten Kreise und kreisfreien Städte bekommen Polizei, Feuerwehr und andere Rettungsdienste den neuen digitalen Funk. Bisher wurde hier, wie in den meisten Kommunen, analog gefunkt. Die neue Technik soll jetzt das gleichzeitige Funken vereinfachen und Abhörsicherheit garantieren.

"Der Rhein-Kreis erhält als einer der ersten Kreise die neue Technik", berichtet Lothar Tetard (54), in der Kreisleitstelle am Neusser Hammfelddamm Leiter der Einsatzplanung und -vorbereitung. "Ich gehe davon aus, dass ich Ende des Jahres den ersten digitalen Funkverkehr im Kreis führen werde", sagt Tetard. Die Komplett-Digitalisierung soll im vierten Quartal 2012 abgeschlossen sein und Millionen kosten.

Tetard sieht mit der neuen Technik große Vorteile für den Funkverkehr der Rettungskräfte. "Der Funkverkehr wird endlich abhörsicher", sagt er. Darin sieht auch die Polizei in Nordrhein-Westfalen eine der wesentlichen Verbesserungen. Aber nicht die einzige.

"Wenn bisher in den Funkverkehr nur bestimmte Personen oder Gruppen einbezogen werden sollten, so waren bisher umfangreiche Schaltungen und Genehmigungen notwendig", berichtet Tetard. Digital wird das, ähnlich wie bei dem Handy, zur Routineschaltung. Deutlich verbessert wird auch die Sprachqualität: "Nebengeräusche werden ausgeschaltet", sagt Tetard. Und das kann bei Unfällen und Katastrophen wichtig werden: Wenn bisher beim Unfall noch mit schwerem Gerät gearbeitet wurde, brach die Kommunikation zusammen. "Jetzt wird die Sprache herausgefiltert", erläutert Tetard. Mit der Digitaltechnik können auch mehrere Gespräche störungsfrei gleichzeitig geführt werden.

"Wenn wir uns an die neue Technik nur schon gewöhnt hätten", sagt Lothar Tetard — er glaubt allerdings, dass es ungefähr ein halbes Jahr dauert, bis es soweit ist und alle reibungslos mit dem neuen System arbeiten können. Skepsis klingt auch bei der Dormagener Feuerwehr-Chefin Sabine Voss durch: "Der gesamte Markt ist sehr unübersichtlich. Da wird es schwierig, die richtigen Entscheidungen zu treffen." Voss wünscht sich mehr Transparenz und Beratung in den technischen Fragen, in der Modellvielfalt und in der Ergänzung der einzelnen Bauteile . "Wir wissen immer noch nicht so recht, was alles auf uns zukommt."

Doch bei aller Unsicherheit der Anwender: Stoppen lässt sich die Digitalisierung im Polizeifunk ohnehin nicht.