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Kaarst: Mast für abhörsicheren Funk

Kaarst : Mast für abhörsicheren Funk

Weithin sichtbar steht am Rand des Bauhofs in Strümp ein 35 Meter hoher Funkmast. Er soll den neuen, digitalen Behördenfunk gewährleisten. Der Kreis ist Vorreiter bei dem Projekt. Ab wann gefunkt wird, ist noch unklar.

Es gibt nur wenige Meerbuscher Bauwerke, die schon von den Autobahnen aus zu erkennen sind. Eines hat aber jeder schon gesehen, der in den vergangenen Wochen die A 57 genutzt hat: den neuen Strümper Funkmast. Die 35 Meter hohe Gitterrohrkonstruktion am Baubetriebshof in Strümp trägt eine Sendeanlage für den künftigen bundesweiten digitalen Behördenfunk.

Bislang herrscht dort zwar noch Schweigen im Äther — die eigentlich bereits für 2011 geplante Inbetriebnahme des Dienstes verzögert sich. Immerhin werden die Kaarster Feuerwehr und die Polizei aber zu den Ersten in Nordrhein-Westfalen gehören, die abhörsicher funken können. Der Rhein-Kreis Neuss soll an einem Probelauf teilnehmen, der 2013 abgeschlossen sein soll.

Netz heute oft überlastet

Hintergrund ist folgender: Großeinsätze — zum Beispiel nach Unwettern — kommen immer häufiger vor und stellen auch in Kaarst nicht nur die Leistungsfähigkeit von Feuerwehrleuten, THW-Helfern und Polizisten auf die Probe, sondern auch die ihres Funknetzes. Wenn viele Fahrzeuge gleichzeitig draußen seien und sich immer wieder bei der Zentrale meldeten, sei das analoge Funknetz oft überlastet, bestätigt der Kaarster Feuerwehr-Chef Herbert Palmen. Außerdem funken derzeit auch Rettungsdienste und eventuell aus anderen Orten zur Unterstützung angerückte Wehren auf der gleichen Frequenz — und alle nur mit begrenzter Reichweite. Jeder Radioamateur mit der entsprechenden Ausrüstung kann dabei mithören.

Mit dem neuen bundesweiten Behördenfunk soll sich das ändern. "Der", sagt Marcus Hons, stellvertretender Leiter der Kreisleitstelle der Feuerwehr, "funktioniert so ähnlich wie ein Mobilfunknetz. Alle Kräfte der polizeilichen und nicht polizeilichen Gefahrenabwehr können darauf zurückgreifen, von ganz Deutschland aus." Die Umstellung allerdings ist aufwendig, vor allem wegen der Größe des Projekts.

Im gesamten Rhein-Kreis werden künftig acht Funkmasten stehen. Deren Standorte legt die Bundesanstalt für Digitalfunk fest. Die Kosten für Bau und Betrieb des Strümper Funkmasts zahlt das Land. Die Entfernung des Senders zur nächsten Wohnbebauung beträgt etwa 200 Meter. Nach Ansicht der Meerbuscher Stadtverwaltung ist das weit genug, damit die Anwohner im Neubaugebiet Strümper Busch nicht unter Elektrosmog leiden.

Der Rhein-Kreis ist der erste Landkreis, der vom NRW-Innenministerium für die Umsetzung der neuen Technik vorgesehen ist.

(NGZ/rl)