Neuss: Johanna-Etienne-Krankenhaus wird 50 Jahre alt

Krankenhaus in Neuss feiert sein „50-Jähriges“ : „Etienne“ gibt Einblicke zum Jubiläum

Mit einem Tag der offenen Tür und vielen Mitmachaktionen hat das Johanna-Etienne-Krankenhaus seinen 50. Geburtstag gefeiert.

Kaum hatte Weihbischof Dominikus Schwaderlapp am Samstagvormittag den feierlichen Zeltgottesdienst beendet, wurde es vor dem Johanna-Etienne-Krankenhaus ziemlich laut. Burundische Trommler aus ganz Deutschland sorgten beim Fest zum runden Geburtstag des christlichen Krankenhauses auf der Furth für ausgelassene Stimmung. Gleichzeitig zeigten sie den zahlreichen großen und kleinen Besuchern, die bei strahlendem Sonnenschein mitfeierten, eine der vielen Facetten des „Etienne“: die Partnerschaft mit Burundi, wo die Neusser Klinik ein Patenkrankenhaus betreibt.

Überhaupt spiele die Nächstenliebe in dem Krankenhaus am Hasenberg eine zentrale Rolle, damals, 1968, als die Neusser Augustinerinnen das Haus erbaut und betrieben hatten, wie auch heute, da der medizinische Fortschritt immer mehr möglich mache, sagte Schwester Praxedis, Generaloberin der Augustinerinnen. „Der Mensch ist eigentlich die beste Medizin“, fasste die ausgebildete Krankenpflegerin und Sozialarbeiterin zusammen.

Zum 50. Geburtstag des „Etienne“ das sich seit 2004 in Trägerschaft der St.-Augustinus-Gruppe befindet, blickte das Führungsteam um Geschäftsführer Paul Kudlich und Klinikleiterin Simone Palmer nicht nur in die Vergangenheit, sondern auch in die Zukunft: „Der Rohbau unseres Erweiterungsbaus steht, wir hoffen auf die Eröffnung der neuen Räumlichkeiten in einem bis eineinhalb Jahren – damit sind wir voll im Zeit- und auch im Budgetplan“, verkündete Kudlich den zum Richtfest geladenen Gästen, unter ihnen Bürgermeister Reiner Breuer, Kreisdirektor Dirk Brügge, Schützen-Präsident Martin Flecken, Schützenkönig Bruno Weyand und Jochen Hennen, Präsident der Further Sebastianer. Beheimatet werden im Erdgeschoss des Neubaus an der Klinik-Rückseite Überwachungsstationen sowie ein Herzkatheterplatz für kardiologische Notfälle, erklärte Jens Encke, Ärztlicher Direktor am „Etienne“. „Durch die Verbindung der neuen Überwachungseinheiten und der Brustschmerz-Ambulanz mit der Schlaganfall-Einheit auf einer Ebene wird die Notfall-Versorgung insgesamt optimiert“, erklärte Encke. Gemeinsam mit seinem Team hat er den Besuchern beim Tag der offenen Tür bei zahlreichen Aktionen gezeigt, wie es im Inneren seiner Klinik aussieht.

Kleine „Chirurgen“ konnten selbst Hand anlegen beim Desinfizieren und Nähen einer klaffenden Wunde am Rüssel des lila Elefanten und das gebrochene Bein eines Teddys verbinden. Ärzte und Pfleger weihten alle Interessierten ein in die Geheimnisse von „Schlüssellochtechnik“ und Endoskopie, gaben Tipps zur häuslichen Pflege oder zur Behandlung der Arthrose und demonstrierten anhand eines Schneebergs, wie die Kryotherapie funktioniert.

In den vergangenen fünf Jahrzehnten habe das „Etienne“ viel erreicht und sei „aus der Stadt Neuss nicht mehr wegzudenken“, sagte Reiner Breuer bei seiner Gratulationsrede an das Traditionskrankenhaus. „Man spürt, wie schon im Augustinus-Lied gehört, dass alle hier mit flammendem Herzen dabei sind. In Ihnen brennt es, Menschen zu helfen, hier in Neuss genau wie in Burundi. Über die Zukunft des Hauses mache ich mir keine Sorgen.“

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