Neuss: Die Montage der neuen Erftbrücke bei Selikum beginnt.

Bauarbeiten in Neuss : Die Montage der neuen Erftbrücke beginnt

Die aus vielen Beton-Fertigteilen bestehende Fußgängerbrücke am Nixhof wird derzeit Stück für Stück zusammengesetzt.

Die Brücke über die Erft ist da, fertig ist sie aber noch nicht. Denn das Bauwerk kommt in Einzelteilen. Die beiden größten Bauteile – Stahlbetonträger von fast 20 Metern Länge – wurden in der Nacht zum Donnerstag mit Schwerlasttransportern zum Nixhütter Weg geliefert und provisorisch auf den Widerlagern montiert. Stabilität werden ihnen erst die Endlager geben, sagt Lars Wagner, der mit seinem Bruder Thorsten aus einer Reihe Betonfertigteilen eine Brücke zusammenpuzzeln muss. Das dauert noch etwas – allerdings nur Tage.

Im Mai vergangenen Jahres hatte die Politik den Abbruch der alten Stahlbrücke, die noch mit Holzbohlen beplankt war, beschlossen. Das Bauwerk war nach Überprüfung der Verwaltung als so marode eingestuft worden, dass eine Sanierung zu teuer schien. Im Januar wurde sie abgebrochen, im Frühsommer sollte die neue Stahlbetonbrücke fertig sein. Eigentlich. Aber Komplikationen, die zum Beispiel eine Pfahlgründung für die Herstellung neuer Widerlager nötig machten, verzögerten den Ablauf. Und teurer wird die Brücke auch. Statt der ursprünglich veranschlagten 450.000 Euro geht Stadt-Sprecherin Nicole Bungert jetzt von etwa 576.000 Euro aus.

Lars und Thorsten Wagner (r.) überlegen die nächsten Montageschritte. Foto: Christoph Kleinau

Die Betonbögen der Brücke wurden in einem Fertigteilwerk in der Nähe von Fulda gegossen. Gewicht: jeweils gut 26 Tonnen. Auf Schwerlasttransportern kamen sie nach Neuss. Die letzten 100 Meter waren dabei die kniffeligsten, denn die Transporter waren zu lang, um einfach vom Nixhütter Weg in den Wirtschaftsweg rangieren zu können, der bis zur Erft führt. So musste umgeladen werden, berichtet Lars Wagner. Ein Kranwagen stand mitten auf der dafür über Stunden gesperrten Straße und hob die Brückenteile auf einen zweiten Sattelschlepper, der in der schnurgeraden und mit dicken Bohlen befestigten Zufahrt zum Brückenstandort stand. Ein zweiter Kran hob die Teile über die Erft.

Ein Behelfssteg hilft den Arbeitern schnell auf die andere Erftseite. Foto: Christoph Kleinau

Ab Montag wird der Brückensteg hergerichtet. Nach dem Guss des Endlagers werden meterbreite Betonplatten eingehoben, auf die noch einmal eine 15 Zentimeter dicke Betonschicht gegossen wird. Aber erst wenn darauf noch Asphalt gewalzt  wurde heißt es: Betreten erlaubt!

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