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Neuss: Meererhof soll schöner werden

Neuss : Meererhof soll schöner werden

Eine Gruppe Architekturstudenten hat Ideen vorgelegt, den Meererhof umzugestalten und grüner werden zu lassen. Vor allem müsse der Leerstand beseitigt werden, damit qualitativ hochwertige Läden einziehen können.

Studenten der Peter Behrens School of Architecture der Fachhochschule Düsseldorf haben im Rahmen einer Semesterarbeit Ideen und Visionen für eine Umgestaltung des Meererhofs entworfen. Dabei geht es im Wesentlichen um das Machbare, um Veränderungen, die ohne allzu großen finanziellen Aufwand zeitnah möglich sind. Der federführende Professor Dierk van den Hövel hat vier Arbeiten ausgewählt, die gestern den Wohn- und Geschäftseigentümern präsentiert wurden und die ab Montag im ehemaligen Seniorenforum der Stadt ausgestellt und für die Neusser zu sehen sind.

Als Neusser Bürger kennt Dierk van den Hövel sich in der Stadt aus. "Ich wundere mich, dass so ein interessanter Ort in fantastischer Lage doch so lieblos daher kommt." Planungsdezernent Stefan Pfitzer äußert sich vorsichtig und spricht von einer "verbesserungswürdigen" Situation.

Das Besondere am Meererhof, der die spröde Architektursprache der 70er Jahre spricht, ist die gegensätzliche Einschätzung: "Die Bewohner der 140 Eigentumswohnungen leben sehr gerne hier", sagt Marc Somers von der Wohnungsverwaltungs- und Betreuungsgesellschaft Verwey in Duisburg. Wer hingegen als Kunde oder nur als Gast zufällig den Meeerhof besucht, sieht das Areal ausgesprochen kritisch. Da fällt auch schnell mal der Begriff "Schandfleck".

Das Image des Meererhofs ist negativ, weiß Immobilien-Fachmann Somers. Daher begrüßt er die Initiative der Studenten und glaubt an das Interesse der Eigentümer, in die Tasche zu greifen, um Verbesserungen zu erreichen.

Kernprobleme des Meererhofs sind: der hohe Leerstand an Ladenlokalen und der ansonsten eher unbefriedigende Geschäftsbesatz, sowie zu wenig Grün, zu wenig Atmosphäre. "Leerstand, Geschäfte mit Lagerware, Sozialeinrichtungen, Wetthalle — das passt einfach nicht zusammen", sagt der Architektur-Professor. Er sagt: "Das Wettbüro muss weg! An diese Stelle passt ganz hervorragend eine Markthalle mit ihrem — noch vorhandenen — Glasdach." In den Meererhof gehörten mehr "Genussläden" und "Kreativbereiche". Van den Hövel: "Neuss sollte es sich gönnen, einen solchen Bereich zu revitalisieren." In einem ersten Schritt könnten Flachdächer begrünt und im Meererhof kleine Bäume gepflanzt werden.

Durch einen anderen Geschäftsbesatz könnten Läden und höherwertige Gastronomie nach außen hin freundlicher wirken, hinzu eine andere Pflasterung, Beleuchtung und Teilüberdachung dem Meererhof ein freundliches Gesicht geben.

(NGZ)