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Neuss: Kleine bereitet Eucharistischen Kongress vor

Neuss : Kleine bereitet Eucharistischen Kongress vor

Zwei Kölner Dompröpste waren Träger des Aachener "Ordens wider den tierischen Ernst". Beide katholischen Geistlichen hatten einen Neuss-Bezug: Bernhard Henrichs, dessen Vater in Neuss Oberbürgermeister war, und Heinz Werner Ketzer, der selbst Pastor an der Pfarre Heilige Dreikönige war.

Aus eben dieser Kirchengemeinde stammt auch Monsignore Robert Kleine. Der gebürtige Neusser ist inzwischen ebenfalls am Dom in Köln gelandet. Als Domdechant ist er der Stellvertreter des Dompropstes. Und wichtiger noch: Kleine gehört ebenfalls zu den Geistlichen, die in der Bütt eine gute Figur machen.

Doch selbst in Köln besteht das Jahr nicht nur aus Karneval. So hat Robert Kleine jüngst einige ernsthafte Aufgaben neu übertragen bekommen. Neben dem Posten des Domdechanten zählt auch die Aufgabe des Stadtdechanten für Köln dazu. Aktuell bereitet der "kölsche Prälat" den Eucharistischen Kongress vor, zu dem aus Anlass des 1700-jährigen Bestehens der Diözese 10 000 Teilnehmer in der Domstadt erwartet werden.

Dabei steht die katholische Sichtweise auf das Abendmahl im Mittelpunkt. "Wir glauben ja, dass Gott sich klein gemacht hat und Mensch geworden ist in Jesus Christus", meinte Robert Kleine jüngst in einem Interview mit dieser Zeitung. Zur Eucharistie erläuterte er weiter: "Und Jesus selbst macht sich noch einmal klein und verschenkt sich — beim letzten Abendmahl in Brot und Wein. Wenn wir in der Feier der Eucharistie Brot und Wein zu uns nehmen, dann empfangen wir Jesus Christus." Dass Katholiken und Protestanten vor allem das unterschiedliche Verständnis von Abendmahl oder Eucharistie trennt, empfindet Kleine als "schmerzhaft".

Berührungsängste mit "der Welt draußen" hat der 46-Jährige nicht. Als "Quirinus" stand er einige Male beim "Nüsser Ovend" in der Bütt und räkelte sich durch Stadt und Erzbistum. Dabei konnte er nicht nur gut austeilen. Kleine fiel auch durch eine gehörige Portion Selbstironie auf. Im Jahre 2010 verliehen ihm die Heimatfreunde dafür den begehrten Rekeliserorden. Doch nicht nur beim "Nüsser Fastelovend" blieb der heutige Domdechant seiner Heimatstadt treu. Auch bei den Schützen ist er seit vielen Jahren aktiv.

Noch immer marschiert Kleine in den Reihen der Scheibenschützen mit über den Markt, die ihm auch das ehrenvolle Amt des Präses übertragen haben. Auf Bundesebene ist er Präses der Jungschützen im Verband der historischen deutschen Schützenbruderschaften. "Als Neusser muss man einfach Schütze sein", bekannte der Geistliche kürzlich in einem Interview mit einer Kölner Zeitung. Das sei in der Quirinusstadt "mindestens ebenso wichtig wie der Karneval in Köln".

"Mer kalle Hochdeutsch, Nüsser Platt und över angere" — nach diesem Motto war Robert Kleine schon zu Schulzeiten am Quirinus-Gymnasium unterwegs. Mit dem damals berühmt-berüchtigten "Lästerjournal" bereitete er seine Rekeliser-Karriere vor. Seine spitze Zunge will dabei nie verletzen, sondern bringt manche Zeiterscheinung humorvoll auf den Punkt.

Nach dem Abitur studierte Kleine in Bonn und Freiburg im Breisgau Philosophie und Theologie. 1993 empfing er im Hohen Dom zu Köln durch Joachim Kardinal Meisner die Priesterweihe. Als Kaplan war er in Bad Honnef tätig. Bevor Kleine ins Domkapitel aufrücke, versah er verschiedene Aufgaben an der Kölner Kurie. Daneben nahm er zahlreiche Seelsorgedienste in Verbänden und Vereinen wahr.

Dass Kleine als Sekretär jetzt mit der Vorbereitung und Durchführung des Eucharistischen Kongresses beauftragt wurde, wird man als Vertrauensbeweis des scheidenden Erzbischofs Kardinal Meisner werten dürfen.

(NGZ/rl)