1. NRW
  2. Städte
  3. Neuss

Neuss: Nüsser Ovend weniger karnevalistisch

Neuss : Nüsser Ovend weniger karnevalistisch

Vizepräsident Goeres wurde in der Sitzung mit hitzigen Debatten konfrontiert.

Der Nüsser Ovend soll eine neue Richtung bekommen: Mehr Lokalkolorit, weniger Karneval lautet die Zielsetzung, die jetzt bei der Jahreshauptversammlung der BKG der Heimatfreunde beschlossen wurde.

"Jetzt fängt die Arbeit richtig an", lautete der Schlusskommentar von Vizepräsident Herbert Goeres um kurz nach 23 Uhr. Er weiß: Neuanfänge sind risikoreich, weil man härter aufschlägt, je höher man geklettert ist. Goeres, der federführend in einer "Task-Force" den Nüsser-Ovend neu aufstellt, sah sich in der Sitzung mit hitzigen Debatten konfrontiert.

Denn der Umschwung zog Emotionen mit sich, da sich so manches Mitglied von Programmpunkten verabschieden muss, die vielleicht in der Vergangenheit Erfolg und Publikum gezogen haben, für die Zukunft und ein nachwachsendes Publikum jedoch keine Highlights an einem solchen Abend darstellen. "Künftig werden wir stärker als bisher auf den Neuss-Bezug setzen", sagt Carsten Dorweiler, der auf der Versammlung für ein weiteres Jahr als BKG-Geschäftsführer bestätigt wurde.

Zwar werde der Karneval nicht vollends verbannt, "aber wir wollen auch offen sein für andere Brauchtümer", sagt Dorweiler. "Zurück zu den Wurzeln" lautet daher die Maßgabe für die kommenden Veranstaltungen. "Denn der Nüsser Ovend war nie rein karnavalistisch", sagt Dorweiler, der sich auch vorstellen kann, dass die Besucher künftig statt Kostümen im Anzug kommen könnten.

Die BKG hat mit ihrem neuen Konzept schon bei Neusser Bands vorgefühlt — und ist auf positive Resonanz bei all jenen gestoßen, die mit dem Karneval nichts am Hut haben und dem Ovend in früheren Jahren eher abgeneigt waren.

Was so bleibt wie in den früheren Jahren: Das Programm bleibt wie immer bis zur Bekanntmachung geheim. So standen die Programmpunkte des Nüsser Ovends auch nicht auf der Tagesordnung der Versammlung. "Viel wichtiger war uns, dass sich alle mit dem neuen Konzept identifizieren", sagt Dorweiler.

(hko)