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Neuss: Napp-Nachfolge: Heute beginnt die Suche

Neuss : Napp-Nachfolge: Heute beginnt die Suche

Die Neusser CDU und FDP wollen 2015 mit einem gemeinsamen Bürgermeister-Kandidaten antreten. Heute trifft sich die Findungskommission zum ersten Mal. Noch ist die Liste der potenziellen Bewerber lang – doch es kann nur einen geben.

Die Neusser CDU und FDP wollen 2015 mit einem gemeinsamen Bürgermeister-Kandidaten antreten. Heute trifft sich die Findungskommission zum ersten Mal. Noch ist die Liste der potenziellen Bewerber lang — doch es kann nur einen geben.

Wartet auf seinen CDU/FDP-Mitbewerber: Reiner Breuer (SPD). Foto: Woitschützke, Andreas (woi)

Der Termin scheint mit Bedacht gewählt. Am 25. Mai 2014 wird ein neuer Stadtrat gewählt — und heute, auf den Tag genau ein Jahr zuvor, konstituieren CDU und FDP ihre Findungskommission, um einen "bürgerlichen Kandidat" zu suchen, der Herbert Napp (66, CDU) als Rathaus-Chef folgen soll. Da die Bürgermeister-Wahl von der Kommunalwahl entkoppelt wurde, steht sie aber erst im Herbst 2015 an. Napp hat längst erklärt, dass er mit Ablauf seiner Amtszeit am 20. Oktober 2015 in den Ruhestand geht.

Bisher einziger CDU-Kandidat: Klaus Goder hat die "Jagd" eröffnet. Foto: Woitschützke, Andreas (woi)

Seit 1998 ist Herbert Napp Bürgermeister. Wer könnte Nachfolger werden? Einer, der seine Hand auf den Bürgermeister-Sessel legen wird, ist schon bekannt, obwohl er sich noch nicht offiziell erklärt hat: Rainer Breuer (SPD). Kann er, der den Neusser Sozialdemokraten mit seinem Sieg bei den Landtagswahlen ihren Stolz zurückgab, auf die Kandidatur verzichten? Wohl kaum.

CDU und FDP wissen also, wen sie auf den Weg ins Rathaus schlagen müssen. Sie wissen aber nicht, wer ihr Bürgermeister-Favorit ist. Die Findungskommission soll's richten. Fünf Christ- und fünf Freidemokraten machen sich ab heute gemeinsam auf die Suche. Wann kommt ihr Vorschlag? Sicherlich nicht vor den Kommunalwahlen. Im Mai 2014 werden CDU und FDP mit Spitzenkandidaten antreten, die zwar Bürgermeister-Kandidat werden könnten, aber nicht werden müssen. Favoriten auf den Listenplatz 1 sind Thomas Nickel (CDU) und Hermann-Josef Verfürth (FDP). Verfürth käme erst als liberaler Bürgermeister-Bewerber ins Spiel, wenn sich CDU und FDP nicht auf einen gemeinsamen Kandidaten einigen könnten. Verfürth ist der liberale Joker im Bürgermeister-Poker.

Heute wird in der Kommission noch nicht viel passieren. Sie wird zwei Sprecher wählen: vermutlich Jörg Geerlings (CDU) und Bijan Djir-Sarai (FDP). Sie wird einen Zeitplan andenken und über Kriterien sprechen, die einen guten Kandidaten ausmachen — und sie wird Vertraulichkeit vereinbaren.

Doch spekulieren ist erlaubt. Wer steht auf der Liste? Einer mit Sicherheit: Klaus Goder (CDU). Der Arzt aus Gnadental, Chef der Kommunalpolitischen Vereinigung (KPV), hat seinen Hut in den Ring geworfen. Wer sitzt noch auf dem Kandidaten-Karussell? Parteichef Jörg Geerlings (CDU) dementiert Interesse nicht, Helga Koenemann punktet als Fraktionsvorsitzende, Vize-Bürgermeister Thomas Nickel gilt als "bürgerliche Autorität" in der Stadt, Jürgen Steinmetz arbeitet im Kreis mit Vize-Landrat Djir-Sarai bestens zusammen. Das erhöht die Chancen des Allgemeinen Landrat-Vertreters. Beigeordnete können Verwaltung. Also sind Stefan Hahn und Christoph Hölters denkbar.

"Die Mitgliederkartei ist eine Schatzkiste", pflegt SPD-Chef Benno Jakubassa zu sagen. Wenn das schon für die kleinere SPD gilt, welche personellen Schätze sind bei der Union zu heben? Namen fernab der operativen Politik tauchen auf. Cornel Hüsch zum Beispiel. Gedacht wird auch an Frauen und Männer, deren Herz für Neuss schlägt, die aber eine auswärtige Anschrift haben. In Berlin sind das Hermann Gröhe, Christoph Heusgen, Johannes Geismann oder Antje Tillmann.

Noch eine Frage bleibt: Was ist der Preis, dass die FDP einen CDU-Bewerber trägt? Wilfried Kruse war der letzte Beigeordnete mit FDP-Parteibuch. Möglich, dass die Kommission am Ende nicht nur einen (Bürgermeister-)Kandidaten findet.

(NGZ/rl)