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Neuss: Spannende Architektur im Further Süden

Neuss : Spannende Architektur im Further Süden

Die südliche Furth zwischen Bahnhof und Berliner Platz ist Ziel der "Neusser Kanten"-Führung mit Ortskenner Peter Dieter Schnitzler, die am Samstag auf Einladung von Neuss Marketing und NGZ stattfindet.

Rund hundert Jahre (Bau-)Geschichte liegen zwischen den beiden großen Quartieren der zwei größten Neusser Wohnungsunternehmen auf der südlichen Furth: dem Kolpingviertel, im Laufe des ersten Jahrzehnts des 20. Jahrhunderts von der GWG (Gemeinnützige Wohnungsgenossenschaft) errichtet, und dem erst vor wenigen Jahren realisierten Wohnquartier Südliche Furth, für dessen Planung die Neusser Bauverein AG wiederholt mit Architektur-Preisen ausgezeichnet wurde. Diese wichtigen Wohngebiete stellt Peter Dieter Schnitzler am Samstag bei seiner Führung im Rahmen der Reihe "Neusser Kanten" vor.

Doch wo fängt die südliche Furth eigentlich an, wo endet sie? "Ich orientiere mich da an den offiziellen Angaben der Verwaltung, wonach die südliche Furth zwischen Bahnhof und Berliner Platz zu finden ist", antwortet Peter Dieter Schnitzler, selbst an der Ketteler Straße aufgewachsen und dort heute auch wieder zu Hause. Allerdings, so schränkt der Ortskenner ein, muss er sich bei seiner Führung auf das Gebiet östlich der Further Straße konzentrieren, um die geplante Dauer von zwei Stunden nicht zu überschreiten.

Dort gibt es reichlich zu sehen. So wird der Berliner Platz, an dem sich die evangelische Reformationskirche und die katholische Christ-König-Kirche gegenüberstehen, ebenso besucht wie die nahe Burgunderschule, die 1903 errichtet und zwischenzeitlich wunderbar restauriert wurde. Am ehemaligen Verwaltungsgebäude der GWG an der Ecke Kolpingstraße will Schnitzler Halt machen, um etwas über das ehemalige Bahnarbeiter-Viertel zu erzählen. Warum das Kolpingviertel im Volksmund auch als Chinesenviertel bekannt ist, dafür hat Schnitzler eine einleuchtende Erklärung gefunden. An der Further Straße macht der ehemalige Theater-Regisseur auf die wunderschönen historisierenden Fassaden im Stil des Neo-Barock oder der Neo-Renaissance sowie auf Günther Happekotte Skulptur "Uma II" aufmerksam.

Wenn die Zeit es erlaubt, ist ein Abstecher zum Wolbero-Brunnen und dem ehemaligen Hochbunker an der Josefstraße vorgesehen. Ansonsten geht es schnurstracks zur Fesserstraße und von dort aus entlang eines künstlichen Bachlaufs durch das Bauvereins-Quartier mit Kindertagesstätte, Mehrgenerationenhaus und Demenzzentrum.

Gern möchte Schnitzler noch einen Blick in die Ripuarierstraße werfen, auf die Anlauf-Station der Streetworker und die Fackelbauhallen hinweisen, bevor die Tour am Gare du Neuss endet. In den ehemaligen Stückguthallen des Neusser Bahnhofs findet ein bunter Trödelmarkt statt.

Bis Ende Oktober laden Neuss Marketing und NGZ alle zwei Wochen zu Aktiv-Touren ein, um den Neussern ihre Stadt unter ungewohnten Blickwinkeln näherzubringen. Zu Fuß oder per Rad erkunden die Teilnehmer einen Stadtteil oder ein Viertel — teils mit ungewöhnlichem, immer spannendem Schwerpunkt und geführt von Kennern der jeweiligen "Neusser Kante". Begleitet wird die Reihe von einem Foto-Wettbewerb.

(NGZ)