Geschenke Pakulat schließt in der Innenstadt von Neuss

Eine Institution in der Innenstadt : Geschenke Pakulat schließt in der City

Zukunftsinitiative Innenstadt Neuss (ZIN) bedauert den Verlust einer Institution. Inhaberin schmiedet Pläne für ein Leben nach der Arbeit.

Überall glitzert es, überall ist es bunt und es riecht nach frisch aufgebrühtem Tee – so in etwa könnte man das Geschäft „Pakulat Schmuck und Geschenke“ an der Münsterstraße im Quriniusviertel der Innenstadt beschreiben. Anfang der 1980er Jahre übernahm Petra Pakulats Mutter das Geschäft, als es noch „Tee- und Pflanzenmarkt“ hieß. Während ihres Studiums der Pädagogik hat Petra Pakulat öfter im Laden ausgeholfen. 2007 übernahm die Mutter zweier Töchter dann alles. „Wir hatten vorher schon ein Geschäft, drei Häuser weiter, haben dann aber dieses Geschäft und die Waren übernommen.“ Nun, nach fast 40-jähriger Tradition schließt der kleine Laden mit seinem einzigartigen Charme.

„Der letzte Öffnungstag wird voraussichtlich der Gründonnerstag vor Ostern sein“, berichtet Inhaberin Petra Pakulat über ihre Pläne. Die 64-Jährige möchte in Rente gehen und sich mehr der Familie und Freizeitaktivitäten widmen. „Ich habe sehr mit mir gerungen, bin aber nun froh über meine Entscheidung und freue mich auf das danach.“ Denn ihre Mutter stand mit 72 Jahren noch in ihrem Geschäft.

„Das möchte ich nicht. Ich möchte noch die Möglichkeit haben, viel zu erleben“, sagt die Kaarsterin, die aber am Leben der Stadt Neuss weiter Anteil haben will. „Ich werde auch in Zukunft in Neuss einkaufen“, sagt sie. „Hier gibt es einfach sehr viele kleine und individuelle Geschäfte.“ Wie es nach der Schließung weitergeht, weiß sie noch nicht. „Ich habe die Räume gemietet. Ich hoffe, jemand anderes erfreut sich an diesem Standort.“

Vor einigen Tagen machte die Inhaberin im Internet und an ihrem Laden öffentlich, dass sie ihr Geschäft aufgibt. „Ich wurde schon sehr oft von Kunden darauf angesprochen. Sie sind sehr traurig.“ Unter ihren Kunden waren nicht nur Neusser, auch viele Düsseldorfer und Mönchengladbacher kamen regelmäßig vorbei. Auch bei Facebook zeigen sich die User schockiert, so schreibt eine Frau: „Das ist sehr, sehr schade. Damit verliert Neuss ein Stück Attraktivität und wird ein Stückchen mehr einerlei wie andere Städte.“

Ebenfalls traurig ist auch Petra Müller. Sie ist im Vorstand der Zukunftsinitiative Innenstadt Neuss (ZIN) und Vertreterin des Quiriniusviertels. „Ich werde sie schmerzlich vermissen, gönne es Frau Pakulat aber sehr.“ Vor allem das Ambiente wird ihr in dem Geschäft fehlen. „Man bekam immer einen Tee angeboten und fühlte sich einfach wohl“, verriet die Inhaberin des direkt gegenüberliegendes Instituts Meunier.

2010 zog Müller selbst nach Neuss. „Ich komme gebürtig aus Castrop-Rauxel. Neuss hat ein besonderes Flair, hier gibt es noch besondere Geschäfte, fern von dem üblichen Kommerz.“ Deshalb entschied sie sich, hier ihr Institut zu eröffnen. „Mit Pakulat geht ein Stück Individualität. Aber vielleicht ist es ja die Chance für jemanden, neue Individualität in die Stadt einzubringen“, sagt sie. Wie Müller ist auch Pakulat Mitglied bei ZIN. Auch dieser Abschnitt wird mit der Geschäftsschließung für sie enden. Aber sie weiß schon, wie es weitergeht. „Mein Mann und ich möchten verreisen und verschiedene Länder besuchen.“ Das Ehepaar hat einen alten Campingbus, mit dem ihre Töchter bereits groß geworden sind. „Eine genaue Planung gibt es noch nicht, wir wollen aber auf jeden Fall unsere Tochter in Mexiko besuchen.“