Neuss: Teófanes Gonzáles Palenzuela ist neuer Seelsorgebereichsmusiker

Kirchenmusiker in Neuss : Ein Spanier am Rhein

Teófanes Gonzáles Palenzuela ist seit 1. Januar neuer Seelsorgebereichsmusiker in Neuss-Nord und Josefkantor.

13 Jahre war er alt, als er das erste Mal an der Orgel saß und einen Gottesdienst begleitete. In seiner Heimatstadt auf der spanischen Insel Teneriffa. Damit war jedoch der Grundstein für den Berufswunsch gelegt und eigentlich auch für die Ausbildung im Ausland. „Kirchenmusiker gibt es in Spanien nur als Ehrenamtler“, sagt Teófanes Gonzáles Palenzuela. Zunächst aber absolvierte der heute 33-Jährige ein Lehramts-Studium an der Universität La Laguna auf Teneriffa, entschloss sich dann, ans Konservatorium in Las Palmas zu gehen (Orgel und Cembalo) und beherzigte schließlich den Rat seines Professors, der ihm damals sagte: „Wenn du als Kirchenmusiker arbeiten willst, musst du nach Deutschland oder Frankreich gehen.“

Deutschland ist es dann geworden, denn schon als Jugendlicher hatte Palenzuela für die Deutsche Katholische Gemeinde gespielt und im Gegenzug Deutschunterricht bekommen. Und nun ist er Neuss gelandet. Auf der Furth, denn Palenzuela ist als Seelsorgebereichsmusiker für Neuss-Nord und Josefkantor der Nachfolger von Guido Harzen.

Seit 2012 ist der Musiker in Deutschland, hat in Köln an der Hochschule für Musik und Tanz im Bereich „Kirchenmusik“ studiert und auch schon in verschiedenen Gemeinden praktisch gearbeitet. Vor rund eineinhalb Jahren wurde er Dekanatskantor im Bistum Trier. Genauer: in Sinzig. „Aber so ganz wohl gefühlt habe ich mich nicht“, sagt er, hat dennoch lange überlegt, ob er sich auf die ausgeschriebene Stelle in Neuss bewerben soll – und es dann einfach gemacht.

„Es ging alles sehr schnell“, sagt er und zeigt sich vor allem begeistert über das hohe Niveau der Chöre. „Mein Vorgänger hat eine wunderbare Arbeit gemacht“, sagt er anerkennend und freut sich nun darauf, mit den Chören weitere Ideen zu entwickeln. Noch ist er dabei, die einzelnen Ensembles kennenzulernen, denn sein Amtsantritt war erst vor wenigen Tagen, seit Dezember wohnt er in Neuss. Nur wenige Minuten von der Kirche St. Josef an der Gladbacher Straße hat er eine Wohnung gefunden, ist gerade dabei, Neuss zu erkunden: „St. Quirin und den Kinderbauernhof kenne ich schon“, sagt er lachend.

Palenzuela wirkt keineswegs so, als ob er das Rad in der Kirchenmusik neu erfinden wolle. Aber eines weiß er auch genau: Gerade Kinder und Jugendliche muss man in der Musik da abholen, wo sie gerade stehen. Und so zeigt er sich offen, was die Stilrichtungen angeht: Das Neue Geistliche Lied eines Gregor Linssen ist ihm ebenso willkommen wie natürlich die Werke des Johann Sebastian Bach, den er als Kirchenmusiker ganz besonders mag.

Und dass er überhaupt Musiker wurde, obwohl es in seiner Familie, die auf Teneriffa lebt, keinerlei Vorzeichen dafür gibt, und dann die Orgel und die Kirchenmusik bevorzugt, führt er auf seine enge Bindung an die katholische Kirche zurück. „Sie war immer schon sehr wichtig für mich.“