Pater aus Neuss lehnt Wahl zum Abt in Maria Laach ab

Benediktiner aus Neuss war drei Jahre Krisenmanager : Neusser lehnt Wahl zum Abt in Maria Laach ab

Der Benediktiner-Pater Andreas Werner war drei Jahre Krisenmanager in dem Eifelkloster. Jetzt kehrt er nach Gerleve zurück.

Der Benediktiner-Pater Andreas Werner, 1951 in eine Neusser Kaufmannfamilie als Martin Werner geboren und im Stadionviertel aufgewachsen, hat drei Jahre als Krisenmanager versucht, den in sich zerstrittenen Konvent im Eifelkloster Maria Laach zu einen. Die Gemeinschaft von derzeit 35 Mönchen habe ihre Differenzen überwunden, meldet Pater Andreas zum Ende seines dreijährigen Einsatzes als mit päpstlicher Zustimmung bestellter Prior-Administrator. Doch zum Abt will sich der 67-Jährige am 5. Mai nicht wählen lassen, auch wenn ihm die Gemeinschaft dieses Amt angetragen hat. Er kehre vielmehr in die Abtei Gerleve im Münsterland zurück, teilte er der Katholischen Nachrichten-Agentur mit, wo er am 30. April 1975 eingekleidet wurde. „Auch dort wird jeder Mitbruder gebraucht.“

Pater Andreas kehrt zurück in sein Heimatkloster Gerleve. Foto: Benedektinerabtei Gerleve

Pater Andreas hatte seine Vaterstadt zuletzt im April 2017 besucht. Damals war er eingeladen, am Festtag des Stadtpatrons St. Quirin zu predigen und an der Schreinprozession teilzunehmen. Für ihn war es die Rückkehr an die Kirche, wo seine Mutter das Orgelspiel erlernte und ihren Mann – als erstes Brautpaar nach dem Krieg – heiratete. Pater Andreas selbst verstand sich immer eher als Kind der St.-Pius-Gemeinde, wo er auch als Jungpriester 1981 seine Heimatprimiz feierte.

„Die Tatsache, dass ich als benediktinischer Mitbruder aus einem anderen Kloster in Maria Laach eingesetzt worden bin, signalisiert eigentlich schon eine Krisensituation“, sagt Pater Andreas. Diese Krise war 2014 entstanden, als die über 900 Jahre alte Abtei bundesweit Schlagzeilen machte, weil die Mönche ihrem damaligen Abt Benedikt Müntnich, übrigens Absolvent des Collegium Marianum in Neuss, die Gefolgschaft verweigerten. Ein Prior wurde für eine Übergangszeit von drei Jahren gewählt, gab die Leitungsfunktion aber nach zwei Jahren ab. Pater Andreas folgte im Mai 2016 als Prior-Administrator.

„Ich habe den gesamten Verantwortungsbereich in Maria Laach unterschätzt“, gab Pater Andreas nach etwas mehr als der Hälfte seiner Zeit in der Eifel zu. Dem Drang, wieder die Koffer zu packen, gab er aber nicht nach. Bis jetzt. Als Grund dafür, das angebotene Amt des Abtes nicht anzunehmen, nennt er sein Alter und die Fülle anstehender Aufgaben in dem Eifelkloster, das auch Arbeitgeber für 250 Menschen ist.

(-nau)