Neuss: Ein Gemeindefest für alle

Neuss : Ein Gemeindefest für alle

Die Christuskirchengemeinde hat am Sonntag ein integratives Gemeindefest gefeiert. Menschen mit und ohne Behinderung, Deutsche und Migranten kam zusammen. Und es wurde Geld für das historische Turmkreuz gesammelt.

Es war ein buntes Fest für die ganze Familie. Besucher aller Altersklassen, Menschen mit und ohne Behinderung, Deutsche und Migranten — alle zusammen feierten am Sonntag beim Gemeindefest der Christuskirchengemeinde. Die beiden Pfarrer Franz Dohmes und Jörg Hübner hatten das Fest unter ein Bild des Apostel Paulus gestellt: "Viele Glieder und doch ein Leib Christi". Dieses Motto repräsentierte vor allem den integrativen Charakter des Festes. Denn neben dem Gemeindefest wurde auch die zehnjährige Zusammenarbeit mit der Neusser Lebenshilfe gefeiert.

"Die Arbeit mit Behinderten ist für uns ein ganz wichtiger Bestandteil", sagte Franz Dohmes. Dazu gehören viele Projekte der Gemeinde. So wurde das Martin-Luther-Haus schon vor zehn Jahren barrierefrei ausgebaut. Es gibt einen Computerclub, eine integrative Karnevalssitzung und das in der Bundesrepublik einmalige Projekt "Behinderte als mündige Bürger".

Das präsentierte Projektleiter Helmut Lelittko (76) gestern an einem Stand. "Wir wollen Behinderte bei ihrer eigenen demokratischen Wahl unterstützen", erklärte der 76-Jährige. Begonnen habe er damit vor der Landtagswahl 2010. "Wir besuchten Stadtrat und Landtag", erinnert er sich. Dort sammelten die Behinderten Informationen zur Wahl. "Viele hat beeindruckt, dass ihre Stimme genau so viel Wert ist, wie die des Bürgermeisters", sagte Lelittko.

Mittlerweile ist die Gruppe auch nach Berlin zum Bundestag und nach Straßburg zum EU-Parlament gefahren, hat im Wahlkampf an jedem Infostand haltgemacht und Erinnerungsfotos geschossen. "Das waren tolle Fahrten", erinnerte sich Boris Becker (41). Sein persönlicher Höhepunkt war ein Foto mit der Wachsfigur des gleichnamigen Tennis-Stars. Doch auch er ist mächtig stolz, selber gewählt zu haben. "Wir bekommen erklärt, wie wir ankreuzen und die Briefe zusammenstecken müssen", sagt Carmen Lelittko (45). Danach geht es in die Kabine.

Neben der Arbeit mit Behinderten präsentierte die Gemeinde gestern auch noch ihre Asyl-, Jugend und Eine-Welt-Arbeit. Dazu gehörte auch ein Programm, das von der Folkloretanzgruppe, über die Jugendband bis hin zum Gospelchor reichte. Präsent war auch wieder das Thema "historisches Turmkreuz".

Für das Anfang des Jahres durch ein Sturmtief in Schräglage geratene acht Meter hohe Kreuz sammelte der Förderverein auch gestern Spenden. "17 000 Euro haben wir schon", sagte Astrid Irnich, stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins. Das reiche aber noch lange nicht. Zurzeit rechnet die Gemeinde mit Kosten von 40 000 Euro. "Dieses Kreuz gehört seit 1906 zur Kirche und das fehlt einfach", sagte Irnich. "Der Kirchturm präge das Stadtbild. Schließlich ist sei mit seinen 61 Metern höher als das Quirinus-Münster.

(NGZ)
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