Neukirchen-Vluyn: Stadt schreibt Beigeordneten-Stelle aus

Neukirchen-Vluyn : Stadt schreibt Beigeordneten-Stelle aus

Neukirchen-Vluyn sucht einen technischen Dezernenten. Die Leitung des Tiefbauamts wird noch nicht ausgeschrieben.

Zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres sucht die Stadt Neukirchen-Vluyn einen technischen Beigeordneten. Die Ausschreibung ist nun veröffentlicht worden. "Wir hoffen, dass sich genügend Bewerber melden", sagt Bürgermeister Harald Lenßen. Er teilt sich vorübergehend mit dem allgemeinen Beigeordneten Jörg Geulmann die Leitung des technischen Dezernates: Lenßen ist zuständig für Stadtplanung und Hochbau, Geulmann für Tiefbau und den Baubetriebshof.

Die erneute Ausschreibung der Stelle ist nötig, weil Ekkehard Deußen, der das Amt Anfang 2014 übernommen hatte, bereits wenige Monate später an seine alte Wirkungsstätte in Meerbusch zurückkehrte. Schon vorher hatte der neue Leiter des Tiefbauamtes, Josef Beier, die Verwaltung wieder verlassen - seine Probezeit war nicht verlängert worden. Seine Aufgaben hat kommissarisch Stefan Kallen, Leiter des Baubetriebshofes, übernommen. Die erste Ausschreibung der Amtsleiterstelle in der ersten Jahreshälfte war ein Flop - kein geeigneter Bewerber wurde gefunden. "Üblicherweise lässt man dann erst mal ein halbes Jahr ins Land gehen", sagt Bürgermeister Lenßen. Es gebe aber noch einen Grund, warum es zurzeit keine zweite Ausschreibung für die Leitung des Tiefbauamtes gibt. "Unsere Verwaltung wird sich bald in einer Organisations-Untersuchung befinden", erläutert Lenßen. "Die Gemeindeprüfungsanstalt bereitet derzeit alles vor und wird vermutlich im September hier im Hause sein." Dann sollen die Fachleute die Strukturen der Verwaltung untersuchen und, falls nötig, Änderungen empfehlen. Da sei es besser, mit der Stellenausschreibung für den Bereich Tiefbau erst einmal zu warten. Doch ein Beigeordneter soll auf jeden Fall her. Dass die Stadt Moers just zu dieser Zeit auch einen technischen Dezernenten sucht, macht Lenßen nicht allzu große Sorgen: Er glaube nicht, dass dies ein Problem für die Suche nach Bewerbern werden könnte.

Die Entscheidung über die Person des (oder der) Beigeordneten fällt am Ende die Politik. Es waren auch die Ratsmitglieder gewesen, die im vergangenen Jahr den langjährigen technischen Dezernenten Ralf Eccarius abgewählt hatten. Ihm wurde vor allem vorgeworfen, nicht ausreichend über die Brandschutzmängel in der Kulturhalle informiert zu haben.

Markus Nacke, CDU-Fraktionsvorsitzender, kommentierte gestern: "Wir hätten gern mit der neuen Ausschreibung für die Beigeordnetenstelle gewartet, bis die Ergebnisse der Organisations-Untersuchung vorliegen." Das hätten die anderen Fraktionen im Rat leider nicht gewollt.

Was den neuen Dezernenten beziehungsweise die neue Dezernentin betrifft, hat Markus Nacke vor allem einen Wunsch: Er oder sie solle "eine Führungspersönlichkeit" sein, die dem Dezernat ihren Stempel aufdrücke.

Christian Esser, Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Grünen, meint zur Ausschreibung: "Wir haben uns der Meinung der Mitarbeiter in den Ämtern angeschlossen, die dafür plädierten, die Lücke an der Spitze des Dezernates so bald wie möglich zu schließen." Von einem neuen Beigeordneten erhofft sich Esser vor allem "eigenständiges Arbeiten".

Jochen Gottke, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der SPD, ist zuversichtlich, dass sich genügend Bewerber für die Stelle finden werden. Einige Personen hätten seines Wissens nach bereits Interesse signalisiert. Die Sozialdemokraten hatten seinerzeit einen Gegenkandidaten zu dem Christdemokraten Ekkehard Deußen favorisiert. Das Ergebnis war recht knapp ausgefallen. Ob der damalige Kandidat der SPD noch einmal zur Verfügung stehe, könne er im Moment nicht sagen, erklärte Gottke. "Auf jeden Fall hoffe ich auf eine Person, die längerfristig bleibt."

Jochen Lobnig, Ratsherr der neu gebildeten Fraktion FDP/Piraten, wünscht sich einen Dezernenten, der "mit der Politik kommunikativ klar kommt und nicht schnell die Flinte ins Korn wirft".

Klaus Wallenstein, Fraktionschef von NV AUF geht's, war gestern für einen Kommentar zum Thema nicht zu erreichen.

(RP)
Mehr von RP ONLINE