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Moers: Martinskomitee Rayen feiert 65-Jähriges

Moers : Martinskomitee Rayen feiert 65-Jähriges

Seit 1949 kümmert sich eine Gruppe engagierter Bürger um die Organisation des Martinszuges. Unter anderem sorgen sie dafür, dass jedes Kind eine Tüte mit Süßigkeiten und eine Brezel erhält. Der Sankt Martin ist übrigens eine Frau.

1949 war ein gutes Jahr für Neuanfänge. Die Bundesrepublik Deutschland beispielsweise wurde gegründet. Und in den Ortschaften Rayen, Hochkamer und Vluynbusch belebte man die Tradition des Martinszuges neu. Dafür wurde das Martinskomitee gegründet. In diesem Jahr feiert es sein 65-jähriges Bestehen.

"Wir sind zurzeit elf Mitglieder, neun Frauen und zwei Männer", sagt Jeannette Jordan, die Koordinatorin der Aktivitäten ist. "Einen Vorsitz haben wir nicht, wir sind kein Verein", stellt sie klar.

 Dieses Foto ist bereits 17 Jahre alt, es entstand beim Martinszug in Rayen anno 1997. Bei dieser Gelegenheit wurde Adele van Gemmeren für ihren langjährigen Einsatz geehrt.
Dieses Foto ist bereits 17 Jahre alt, es entstand beim Martinszug in Rayen anno 1997. Bei dieser Gelegenheit wurde Adele van Gemmeren für ihren langjährigen Einsatz geehrt. Foto: Klaus Franzen

Aber die Runde stellt vieles auf die Beine, beispielsweise sorgt sie dafür, dass alle Kinder eine Martinstüte bekommen. "Bis zum 15. Lebensjahr bekommen alle Mädchen und Jungen eine Tüte", verspricht Jordan. Jenseits dieses Alters können Eltern eine Tüte für 7,50 Euro erwerben. Die Tüten enthalten natürlich Naschwerk wie Schokolade, Spekulatius, Mandarinen, Äpfel, Nüsse. "Weckmänner gibt es bei uns nicht, dafür Brezeln", berichtet Jeannette Jordan. In diesem Jahr haben die Organisatoren rund 220 Tüten gepackt. "Unser Rekord lag vor einigen Jahren bei 300 Tüten."

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Die Vorbereitungen fangen bereits im September an. "Wir setzen uns erst einmal zusammen", erzählt die Koordinatorin. Wenn die Planung steht, beginnen die einzelnen Mitglieder zu sammeln. "Jeder hat seinen Bereich, seine Straßenzüge, wo er klingelt." In diesem Jahr zum Jubiläum , das betont Jordan, hat die Enni den Martinszug mit einen beträchtlichen Betrag unterstützt. "Von diesen finanziellen Mitteln können wir uns beispielsweise Westen mit dem Aufdruck ,Martinskomitee' leisten, und auf diese Weise ein wenig für uns werben." Ungewöhnlich für den Martinszug in Rayen ist, dass hier eine junge Dame den Sankt Martin spielt: Anemone Negritz. Einen Darsteller für den Bettler, dem Martin ein Stück Mantel überlässt, gibt es leider nicht. Im vergangenen Jahr standen die Organisatoren allerdings auch ohne den Sankt Martin dar - die damalige Darstellerin tauchte nicht auf. In den Jahren der Nachkriegszeit spielten Johannes Klucken den Sankt Martin und Adele van Gemmeren den Bettler vor dem alten Gerätehaus der Feuerwehr direkt am Rayener Berg. Später wurde Heinz-Wilhelm Buß für lange Jahre der Martin zu Pferd. Die Tüten wurden ebenfalls am Gerätehaus verteilt. Inzwischen führt der Zug im jährlichen Wechsel durch Rayen und Hochkamer.

(RP)