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Neukirchen-Vluyn: Nau-Häuser kommen unter den Hammer

Neukirchen-Vluyn : Nau-Häuser kommen unter den Hammer

Erleichterung im Neukirchen-Vluyner Rathaus: Noch in diesem Jahr, am 5. Dezember, werden die maroden Gebäude zwangsversteigert. Die Verwaltung hofft auf ein schlüssiges Konzept des Käufers.

Bürgermeister Harald Lenßen hatte gestern die Presse ins Rathaus gebeten, um über aktuelle Entwicklungen in Neukirchen-Vluyn zu sprechen. Die schlagzeilenträchtigste Mitteilung ist zweifellos diese: Nach langen Verhandlungen ist der Weg für eine Zwangsversteigerung der so genannten Nau-Häuser endlich frei. Und auch der Termin steht fest: Noch in diesem Jahr, nämlich am 5. Dezember, kommen die Gebäude unter den Hammer.

Für Lenßen ist dies ein weiterer Beleg dafür, dass die Verwaltung unter seiner Führung einen erfolgreichen Kurs steuert. "Wir haben eine starke Legislaturperiode gehabt und viel erreicht", resümiert der Christdemokrat. Der jetzige Durchbruch sei der Verwaltung nicht in den Schoß gefallen, stellt der Bürgermeister klar. Schließlich habe er sich wiederholt beim Amtsgericht Moers für einen baldigen Versteigerungstermin eingesetzt. "Die Geduld hat sich ausgezahlt." Und zum Glück hätten der Zwangsverwalter (eine Kanzlei aus Duisburg) und der erstrangige Gläubiger mit an diesem Strang gezogen.

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Sicher ist: Mit der Abwicklung der hässlichen Betonklötze des insvolventen Bauunternehmes Ottmar Nau öffnen sich ganz neue Perspektiven für die Entwicklung der Ortschaft Vluyn. Bürgermeister Harald Lenßen ist zuversichtlich, dass es bereits bei der ersten Versteigerungsrunde ein deutliches Ergebnis geben wird. Der Käufer werden dann ein Konzept für die künftige Nutzung der Grundstücke vorlegen müssen. Theoretisch könnte der künftige Besitzer die Hochhäuser stehen lassen und sanieren, aber Lenßen hält es für weitaus wahrscheinlicher, dass die Abrissbirne den Gebäude den Garaus macht - mit Ausnahme der Häuser am Kiefernweg. "Dort könnte eine Sanierung sinnvoll sein."

Sollte alles klappen wie erhofft, wären Verwaltung und Politik einen Albtraum los. Immer wieder waren die Nau-Häuser negativ in die Schlagzeilen geraten. So beschwerten sich mehrmals Mieter über die unzumutbaren Bedingungen in den Gebäuden. Zuletzt war es besonders im Bereich des Vluyner Nordrings immer wieder zu Bränden in leeren Wohnungen gekommen, möglicherweise die Folge von verantwortungslosen Zündeleien. Und weil Metalldiebe sich immer wieder an den Mobilfunkmasten vergriffen, die auf dem höchsten Gebäude am Vluyner Nordring installiert waren, hatte die Telekom jüngst diesen Standort entnervt aufgegeben.

In den vergangenen Wochen war es um die Häuser allerdings ruhiger geworden - nachdem ein Wachtdienst vor Ort eingesetzt wurde, gab es keine Fälle ernsthafter Brandstiftung mehr.

Die Stadt Neukirchen-Vluyn wird voraussichtlich nicht als Käufer einer der Immobilien antreten, eine Tatsache, welche die Kritik der SPD-Fraktion herausgefordert hatte. Diese hatte dafür plädiert, im Haushalt Mittel für einen vorübergehenden Erwerb bereitzustellen, um kontrollieren zu können, was künftig mit den Grundstücken passiere.

(RP)