Neukirchen-Vluyn: Er vermittelt Kindern Märchen und Musik

Neukirchen-Vluyn: Er vermittelt Kindern Märchen und Musik

Franjo Terhart, Schriftsteller aus Neukirchen-Vluyn, hat für eine Edition der Wochenzeitung "Die Zeit" 20 Märchen als Hörspiele adaptiert. Dazu sind Werke großer Komponisten zu hören.

Wie bringt man Kindern von heute die großen Komponisten der klassischen Musik nahe? Die Wochenzeitschrift "Die Zeit" hat eine Idee entwickelt, mit der dies möglich wird: Märchen-Hörspiele mit bekannten Stücken klassischer Komponisten. Diese Edition mit 20 Hörspielen ist nun erschienen unter dem Titel "Märchen-Klassik für kleine Hörer".

Als Autor für die Adaption der Märchen wurde der Neukirchen-Vluyner Schriftsteller Franjo Terhart beauftragt, der auch jahrelang als Kulturbeauftragte der Stadt tätig war. Der 63-Jährige ist bekannt für seine Kinder- und Jugendbücher, aber auch für Krimis und Sachbücher. Ein Hörspiel zu verfassen, sei allerdings eine besondere Herausforderung, versichert Terhart. "Man muss sich an bestimmte Regeln halten", sagt er.

Zum Glück habe er vor vielen Jahren beim Süddeutschen Rundfunk das Handwerk des Hörspielmachens gelernt, sagt der Autor, der auch für die WDR-Reihe "Ohrenbär" Geschichten verfasst.

Bei der Arbeit für die Märchen-Klassik-Edition hatte Terhart recht freie Hand. Vorgegeben waren lediglich die Komponisten. Und so war die Arbeit an den Hörspielen auch eine Art Wiederauffrischung, was Terharts persönliche Kenntnisse über die klassische Musikwelt betrifft.

Jede CD enthält zwei Märchen, ein Hörspiel ist 30 Minuten lang. Natürlich sind Märchen der Gebrüder Grimm dabei, solche von Hand Christian Andersen und Wilhelm Hauff, und auch bekannte Erzählungen aus der großen Sammlung "1001 Nacht". Doch auch "Peer Gynt" von Henrik Ibsen, eigentlich keine Kindergeschichte, hat Terhart adaptiert. Dazu gehört natürlich untrennbar die Musik von Edvard Grieg aus den "Peer Gynt"-Suiten. Musik des Barocks, zum Beispiel von Antonio Vivaldi, untermalt dagegen die turbulenten Abenteuer im "Wirtshaus im Spessart".

Die Herausforderungen der Vorlagen seien unterschiedlich, sagt der Autor. Die Märchen in "1001 Nacht" bersten oft vor Handlung und müssen sozusagen kondensiert werden. "Hänsel und Gretel" dagegen hat Partien, die belebt werden müssen. "Denken Sie an das Herumirren der Kinder im Wald. Ich habe das belebt, indem ich die Stimmen von Waldtieren hinzugefügt habe", erläutert Terhart seine Arbeitsmethode.

Die Komponisten, die in der Edition den kleinen Hörern nahegebracht werden, sind unter anderem Beethoven, Rossini, Mussorgskij, Johann Sebastian Bach, Chopin und Ravel.

Im Fall von Peter Tschaikowski ist die Sache ohnehin glasklar, denn der hat schließlich unmittelbar Musik zu Märchen geschrieben, darunter die Ballettsuiten zu den Stücken "Dornröschen" und dem "Nussknacker" (nach der bekannten Erzählung von E.T.A. Hoffmann). Und auch Engelbert Humperdinck mit der Musik zu "Hänsel und Gretel" darf nicht fehlen. Ist dieses Stück doch die deutsche Märchenoper schlecht hin.

Die Edition "Märchen-Klassik für kleine Hörer" umfasst zehn CDs und ist im Amor-Label veröffentlicht worden. Sie sind auch als Gesamtausgabe für 98 Euro erhältlich. Gedacht sind die Hörspiele für Kinder ab vier Jahren. Gesprochen werden die Texte von Schauspielern wie Aischa-Lina Löbbert, Antje Hamert, Michael Seeboth, Gerhard Fehn und anderen. Die Illustrationen stammen von Dorothee Mahnkopf.

(s-g)